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Michael Schweitzer sucht Unterstützer – Abu Zubaydah wird ohne Prozess gefoltert und weggesperrt
Westerwaldkreis. Guantanamo: ein Ort, der für manche die Hölle auf Erden ist. Die USA haben dieses Hochsicherheitsgefängnis Anfang 2002 auf einem Marinestützpunkt der US-Navy auf Kuba eingerichtet, als Lager für sogenannte Ungesetzliche Kombattanten: Die Insassen gelten nicht als Kriegsgefangene, sondern als Terroristen, die nicht wie normale Soldaten durch die Genfer Konvention geschützt sind. Guantanamo ist nach Ansicht von Kritikern deshalb ein rechtsloser Raum.
Geschätzte 40 Menschen „leben“ zurzeit im Lager – viele von ihnen ohne Aussicht darauf, jemals wieder entlassen zu werden. Einer von ihnen ist Abu Zubaydah. Und mit ihm ist das Schicksal der Häftlinge im weit entfernten Guantanamo plötzlich ganz nah. Denn der Ellenhäuser Michael Schweitzer ist überzeugt: Abu Zubaydah sitzt zu Unrecht in Haft. 2019 hört der evangelische Pfarrer im Ruhestand zum ersten Mal von der Geschichte des Mannes. Seitdem setzt er sich für dessen Freilassung ein. Ein paar Mitstreiter dafür hat er schon. Aber er braucht mehr, damit Zubaydah noch eine Chance hat.
Im Frühjahr 2002 wird der Palästinenser festgenommen. Er steht unter dem Verdacht, ein wichtiger Anführer des Terrornetzwerkes Al-Kaida zu sein und wird verhört, zunächst vom FBI, später von der CIA.
Team erinnert sich an fünf erfüllende Jahre
Westerwaldkreis. Seit 2015 gibt das Selterser Kleiderhaus „Geben und Nehmen“ gute Kleidungsstücke an Menschen in Not weiter. Jetzt, nach fünf Jahren, schließt es seine Pforten. „Seit der Coronapandemie kommen deutlich weniger Menschen zu uns“, sagt Josef Görg-Reifenberg – zwar mit einem weinenden Auge, aber auch mit einem lächelnden. Denn er und seine elf Mitstreiterinnen sind sich heute sicher: die Mission des Kleiderhauses ist erfüllt.
„In den vergangenen Wochen haben wir uns zwei Fragen gestellt“, sagt Görg-Reifenberg. „Warum sind wir angetreten, und was haben wir erreicht? Nun, wir sind angetreten, um zu helfen und um das Viele, was wir haben, umzuverteilen – an die, die wenig haben.“ Die Antwort auf die zweite Frage hängt damit eng zusammen: „Wir haben erreicht, dass die Flüchtlinge 2015 eine Grundausstattung an Kleidung hatten, damit beispielsweise die Kinder im Winter nicht mit Sandalen in die Schuhe gehen mussten.“
Damals ist das Kleiderhaus zur richtigen Zeit am richtigen Platz, glaubt auch Sabine Lass-Schwinn, die zu den Mitbegründerinnen der Einrichtung zählt. Sie erinnert sich noch gut an das turbulente Jahr 2015. Im ehemaligen Dekanat Selters gründet sich ein neuer Flüchtlingshilfekreis, aus dem heraus dann das Kleiderhaus entsteht: eine Gruppe aus mehr als einem Dutzend Männern und Frauen, die in einem alten Gebäude in der Selterser Bahnhofstraße eine Sammelstelle für gute, gebrauchte Kleidung einrichten. Sie geben die Stücke nicht nur an Geflüchtete weiter, sondern auch an Bedürftige aus der Region mit einem Tafelausweis. Außerdem bringen die Ehrenamtlichen warme Kleidung und Schlafsäcke zur Koblenzer Obdachlosenhilfe und sammeln Brillen für die Menschen in ärmeren Regionen.