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Menschlicher und wirtschaftlicher Schaden durch Suchterkrankungen ist immens
Westerwaldkreis. Die Zahl ist erschreckend: Weit mehr als 80.000 Menschen im Westerwald sind durch Sucht belastet. Mehr als die Hälfte davon sind selbst abhängig oder stehen in der Gefahr, abhängig zu werden; rund 39.000 Menschen leiden unter den Folgen der Abhängigkeit eines nahen Angehörigen. Die Sucht- und Drogenberatung des Diakonischen Werks Westerwald berät, behandelt und begleitet jedes Jahr rund 800 Betroffene und 200 Angehörige. Aber sie steht vor großen Herausforderungen: Nur vier Fachkräfte sind in der ambulanten Suchtberatung für die Betroffenen da. Angemessen wären nach Auffassung der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) jedoch 20. Der bundesweite Aktionstag „Suchtberatung: Kommunal Wertvoll!“, initiiert von der DHS unter Schirmherrschaft der Bundesregierung, macht auf diese – bundesweite – Diskrepanz ebenso aufmerksam, wie auf die unzureichende Finanzierung der bestehenden Suchtberatungsstellen.
Diakonie: Unterstützte Beschäftigung freut sich über Tablets und 6500 Euro
Westerwaldkreis. Die Unterstützte Beschäftigung (UB) hilft jungen Menschen mit Behinderung, am ersten Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Nun kann sich das Projekt des Diakonischen Werks Westerwald über eine Spende freuen. Ein Versandhandel stiftete acht Tablets, und die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau unterstützt die Arbeit mit 6500 Euro.
Das Team der UB kümmert sich um erwerbsfähige junge Menschen, die besonders unterstützt werden müssen – zum Beispiel, weil sie eine chronische Krankheit oder eine Behinderung haben. Das Ziel ist, dass diese Männer und Frauen einen angemessen, sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz finden und ihn auch behalten. Auf dem Weg dorthin lernen die Klient*innen ihre Fähigkeiten kennen und Wünsche zu formulieren, suchen mit dem UB-Mitarbeiter*innen nach einem geeigneten Betrieb und werden dort gründlich eingearbeitet – begleitet von intensiven Gesprächen und Schulungen. Darüber hinaus berät die Unterstützte Beschäftigung auch die Arbeitgeber*innen bezüglich der beruflichen Eingliederung und beim Antrag von Förderleistungen.
Marcel ist einer von insgesamt fünf Klienten, die die UB derzeit betreut. Dank des Programms erhält er bald in einem Einzelhandelsgeschäft in Wirges einen Arbeitsvertrag. „Vor einem halben Jahr habe ich mit einem Praktikum in dem Betrieb angefangen, und inzwischen lerne ich dort jeden Tag Neues“, erzählt er. „Mein Ziel ist, dass ich beruflich irgendwann einmal Verantwortung tragen kann.“