Die gravierenden Nebenwirkungen durch den Windpark "Drei Eichen" werden von den Verbandsgemeinden Wirges und Selters nicht kommuniziert, sondern verharmlost.
Mit Vorspiegelung falscher Tatsachen werden die massiven Gesundheits- und Umweltrisiken der Windkraftanlagen bagatellisiert. Die Behauptungen in den FAQ-Windkraft der VG Wirges und Selters sind eine dreiste Ignorierung und Verdrehung offensichtlicher Tatsachen.
Der Windpark "Drei Eichen" könnte erhebliche Auswirkungen auf die Trinkwasser-Versorgung der benachbarten Gemeinden und die "Interkommunale Wasserversorgung Südlicher Westerwald" haben. Bei den Bürgern der Verbandsgemeinde Wirges wird zukünftig mit hoher Wahrscheinlichkeit statt des frischen Quellwassers Uferfiltrat-Wasser des Rheins fließen.
Im Bereich des geplanten Windparks "Drei Eichen" liegen Trinkwasser-Schutzgebiete der Kategorie II und III. Der Siershahner Wasserhochbehälter befindet sich in unmittelbarer Nähe.
Nach aktuellem Planungsstand sind im Windpark "Drei Eichen" bis zu 7 Windenergieanlagen mit einer Gesamthöhe von rd. 290 m Höhe geplant. Diese könnten jeweils ein Gesamtgewicht von 10.000 Tonnen erreichen, wobei das Fundament einen erheblichen Teil ausmacht. Diese Schätzung basiert auf Skalierung von bestehenden Daten und werden durch die Entwicklung neuer, extrem großer Anlagen wie der 260-Meter-Rotoranlage in China (16 Megawatt) untermauert.
Bei einer Anlage mit 200 Metern Höhe beträgt das Gewicht der Anlage – ohne Fundament – bereits 7.000 Tonnen. Bei einer 290-Meter-Anlage könnte das Fundament einen Durchmesser von 30 bis 40 Metern und ein Gesamtvolumen von über 2.000 m3 Beton haben. Die Stahlarmierung würde zusätzlich mehrere hundert Tonnen ausmachen. Das Fundament allein könnte also mehr als 5.000 Tonnen wiegen. Der Turm dürfte – abhängig von Material und Bauweise (Stahlbeton oder Stahlrohr) mehr als 3.000 Tonnen wiegen. Der Rotor mit Blättern von über 120 Metern Länge könnte ein Gewicht von mehr als 100 Tonnen erreichen. Generator und Maschinenhaus könnten zusammen über 500 Tonnen wiegen.
Insgesamt werden durch den Bau pro Windkraftanlage der Natur 2 – 2,5 ha natürlicher Boden entnommen, indem der natürliche Wasserhaushalt dauerhaft gestört ist.
Durch das große Gewicht der Windkraftanlagen wirken enorme Kräfte auf den Boden und somit auf die Grundwasserleiter.
Das beeinflusst die Fließmenge und -richtung des Grundwassers im Grundwasser-System (Aquifere). Wasserquellen können ausfallen. Trübungen des Trinkwassers durch die Einwirkungen von Windkraftanlagen wurden mehrfach festgestellt.
Auch die seismischen Auswirkungen durch die Erschütterungen durch den Betrieb der Windkraftanlagen sind eklatant und wirken sich auf das Grundwasser-System aus. Observatorien können die Erschütterungen durch Windkraftanlagen – abhängig von der Zahl und Höhe der Anlagen - bis 15 km Entfernung messen.
Die Natur rund um Siershahn ist bereits durch Tongruben und Industrie stark geschädigt. Jetzt wird auch noch das letzte Fleckchen unberührte Natur zerstört.
Eine derartige Naturzerstörung hat es noch nie gegeben. Wir haben Jahrhunderte im Einklang mit der Natur gelebt und tragen die Verantwortung, diese für die Nachwelt zu erhalten. Und die Auswirkungen sind nicht auf die Natur beschränkt, sondern treffen auch direkt die Menschen.
Die Aufgabe der Bürgermeister und Gemeinderäte sollte es eigentlich sein, sich für die Gesunderhaltung der Bürger Ihrer Gemeinde einzusetzen und nicht monetäre Interessen über das körperliche Wohl der Bürger zu stellen.
Auf der Website der VG Selters ist von der Gründung einer "Bürgergenossenschaft" die Rede, die den Bürgern der Gemeinde die Möglichkeit bietet, aktiv an der Energiewende teilzuhaben und direkten Nutzen aus dem erneuerbaren Energieprojekt zu ziehen.
Ist in dem direkten finanziellen Nutzen vielleicht das große Engagement der Bürgermeister und Gemeinderäte begründet?
Diplom-Betriebswirt(FH) Christoph Schäfer, Siershahn



