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Keine Mehrklassenbildung mehr an der Sekundarschule in Neunkirchen
Kreis Altenkirchen. Die Kreisverwaltung Altenkirchen in Person des zuständigen 1. Kreisbeigeordneten Tobias Gerhardus verwahrt sich entschieden gegen den in dieser Woche aufgekommenen Eindruck, dass wegen ihrer „Blockade“ Kinder aus Herdorf nicht mehr an der Gemeinschaftsschule im benachbarten Neunkirchen (NRW) aufgenommen werden können. Hintergrund sind Presseverlautbarungen sowohl der Bezirksregierung Arnsberg als auch der Gemeinden Burbach und Neunkirchen. Demnach wird es künftig aus rechtlichen Gründen keine Mehrklassenbildung an der gemeinschaftlichen Sekundarschule Burbach-Neunkirchen am Standort Neunkirchen geben. Die Schule kann dann nur noch 60 statt 90 Kinder aufnehmen, betroffen wären vor allem junge „Pendler“ aus Herdorf.


Auf nordrhein-westfälischer Seite steht u.a. die Kreisverwaltung Altenkirchen in der Kritik, weil kein Kooperationswille erkennbar sei und eine Schulvereinbarung abgelehnt werde. „Leider erwecken die zuständigen Behörden im benachbarten Bundesland aktuell nicht den Eindruck, als würde man sich des Themas ernsthaft annehmen wollen“, werden diesbezüglich die Bürgermeister Marco Schwunk und Jonas Becker zitiert.
„Dieser Vorwurf entbehrt jeder Grundlage und ist insofern enttäuschend, als dass wir bislang eine wirklich gute und vertrauensvolle Nachbarschaft gepflegt haben“, betont Gerhardus. Fakt sei, dass sowohl der Kreis Altenkirchen als auch die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Koblenz als Schulaufsichtsbehörde die Notwendigkeit einer von NRW ins Spiel gebrachten Vereinbarung nie gesehen haben und weiterhin nicht sehen.
„Wir als Kreis Altenkirchen sind ausnahmslos für die Kinder in unserem Landkreis verantwortlich. Das bedeutet, dass unsere Schulentwicklungsplanung so ausgerichtet ist, dass wir jedem Schüler einen Platz an einer weiterführenden Schule im Kreis anbieten können. Darüber hinaus ist der Elternwille aber frei, und wir als Kreis machen keinerlei Vorgaben. Das können und wollen wir auch nicht. Jedes Kind kann theoretisch also jede Schule außerhalb des Kreises besuchen“, erläutert der Beigeordnete. Im Hellertal sei es seit Jahren gelebte Praxis, dass viele Kinder aus Herdorf die Schulen in Neunkirchen besuchten. Dazu habe es nie einer formalen Vereinbarung bedurft.
Im Kontakt mit der Bezirksregierung Arnsberg habe man diesen Standpunkt klar vertreten, gleichzeitig aber Gesprächsbereitschaft gezeigt und angefragt, welchen Inhalt denn eine solche Vereinbarung haben soll bzw. wie eine kooperative Lösung aussehen könnte. „Auf diese Frage haben wir leider nie eine Antwort erhalten, stattdessen sah man auf NRW-Seite dann keinen Anlass mehr, sich an einen Tisch zu setzen“, so Gerhardus. „Es ist daher bedauerlich, wenn wir hier in Haftung genommen werden, obwohl wir für die Problematik keinerlei Verantwortung tragen. Und ich kann daher auch den Unmut der Eltern verstehen.“ (Kreis Altenkirchen)