Wichtige Entscheidungen für die zukünftige Entwicklung des Westerwaldkreises haben der Kreistag und im Anschluss der Kreisausschuss in ihren jüngsten Sitzungen getroffen. Im Mittelpunkt des Kreistages stand dabei insbesondere die Verwendung umfangreicher Fördermittel aus einem Sonderprogramm des Bundes.
Millionenförderung für zentrale Zukunftsprojekte
Der Deutsche Bundestag hat 2025 ein Sondervermögen „Infrastruktur und Klimaneutralität“ in Höhe von 500 Milliarden Euro beschlossen. Für den Westerwaldkreis stehen daraus knapp 165 Millionen Euro zur Verfügung. Gemeinsam mit den Verbandsgemeinden wurde festgelegt, dass ein Drittel der Mittel direkt vom Landkreis eingesetzt wird, während zwei Drittel nach einem festgelegten Schlüssel an die Verbandsgemeinden gehen. Dieser Aufteilung hat nun auch der Kreistag zugestimmt.
Grundlage für die Verwendung ist ein Regionales Umsetzungskonzept, dessen Erstellung und die laufenden Fortschreibungen bereits in den Bürgermeisterbesprechungen sowie im Kreisausschuss beraten wurden. Im Fokus stehen unter Berücksichtigung der demografischen Entwicklung nachhaltige Investitionen – etwa in Bildung, Verkehr, Energie, Digitalisierung, Bevölkerungsschutz und kommunale Infrastruktur. Ziel ist es, Wachstumsimpulse zu setzen und gleichzeitig einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.
Zu den angestrebten Maßnahmen des Kreises zählen über die „normale“ Investitionstätigkeit hinaus unter anderem die Sanierung der Sporthalle des Konrad-Adenauer-Gymnasiums Westerburg, der Bau einer Trafostation am Köppel zur Sicherstellung des Funkempfangs sowie Verbesserungen der Verkehrsinfrastruktur des Gewerbegebiets nördlich der A 3 im Bereich Montabaur und an der B 8 bei Hundsangen. Zudem wurden die angedachten Projekte der einzelnen Verbandsgemeinden vorgestellt, welchen der Kreistag zustimmte. Einsehbar sind diese unter https://tinyurl.com/VG-Vorhaben.
Zukunft des Gymnasiums Marienstatt
Ein weiteres wichtiges Thema war die Zukunft des Privaten Gymnasiums Marienstatt an der Zisterzienserabtei in Streithausen. Die traditionsreiche Schule, die seit 1910 besteht, sieht sich vor strukturellen Herausforderungen, da der Zisterzienserorden personell an seine Grenzen stößt.
Als Lösung wird die Gründung einer Stiftung angestrebt, die künftig die Schulträgerschaft übernehmen soll. Mitglieder sollen das Bistum Limburg, der Orden und der Westerwaldkreis sein. Der Kreistag hat diesem Vorhaben grundsätzlich zugestimmt, vorbehaltlich der Genehmigung durch das Land Rheinland-Pfalz. Details wie Satzung und Finanzierungsregelungen sind den Kreisgremien zur endgültigen Beratung und Beschlussfassung vorzulegen.
Klimaschutzprojekte kommen voran
Im Kreisausschuss wurde dann unter anderem über den aktuellen Stand des Kommunalen Investitionsprogramms Klimaschutz und Innovation (KIPKI) informiert. Die Photovoltaikanlage auf dem Parkplatz des Kreishauses als größtes Projekt ist weitgehend fertig gestellt und wird derzeit mit dem Speicher verbunden.
Ein weiteres großes Vorhaben ist die Modernisierung der Beleuchtung im Keramikmuseum in Höhr-Grenzhausen. Durch den Einsatz moderner LED-Technik soll der Energieverbrauch deutlich sinken – Prognosen gehen von bis zu 60 Prozent Einsparung aus. Gleichzeitig ermöglicht die neue Beleuchtung eine flexiblere und attraktivere Gestaltung von Ausstellungen.
Weitere Bauprojekte und steigende Schülerzahlen
Darüber hinaus hat der Kreisausschuss mehrere Aufträge vergeben, darunter Bauleistungen für die Fachklassenausstattung am Gymnasium im Kannenbäckerland in Höhr-Grenzhausen und den Fassadenbau am Konrad-Adenauer-Gymnasium Westerburg. Auch der Neubau der Anne-Frank-Realschule plus in Montabaur schreitet voran – aktuell liegen die Kosten leicht unter den ursprünglichen Planungen.
Positiv entwickelt sich weiterhin die Zahl der Schülerinnen und Schüler im Westerwaldkreis. Die Neuanmeldungen für die Klassenstufe 5 stiegen von 1.692 im Schuljahr 2025/2026 auf 1.832 für 2026/2027. Dabei verzeichneten sowohl die Gymnasien als auch die Realschulen plus mehr neue Fünftklässler. Bei der Fachoberschule in Höhr-Grenzhausen liegen für das nächste Schuljahr 60 Anmeldungen vor und somit vier weniger als im Vorjahr. An der Fachoberschule in Hachenburg stieg die Anmeldezahl um fünf auf 56 Schüler. (Westerwaldkreis)



