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Kreis Altenkirchen. Es ist eine fast schon ebenso erschreckende wie ernüchternde Statistik: Nach aktuellen Angaben des Gemeinde- und Städtebunds gibt es in den 2.259 Ortsgemeinden von Rheinland-Pfalz gerade einmal 348 ehrenamtliche Ortbürgermeisterinnen. Und nur in 17 der 158 hauptamtlich geführten Städte und Verbandsgemeinden stehen demnach Frauen an der Spitze. Der Landkreis Altenkirchen bildet hier – leider – keine Ausnahme. Bei 119 Ortsgemeinden liegt der Anteil der Ortsbürgermeisterinnen weit unterhalb von 10 Prozent. Und auch bei der Zusammensetzung der Räte sieht das Verhältnis nicht besser aus.


Es gibt die unterschiedlichsten Meinungen dazu, warum Frauen in der politischen Meinungsbildung vor Ort nach wie vor unterrepräsentiert sind. Klar ist allerdings: Erfolgt keine Ermutigung und Aufklärung, wird sich an diesem Ungleichgewicht so schnell nichts ändern. Genau hier will eine kleine Veranstaltungsreihe ansetzen. Julia Bieler, Gleichstellungsbeauftragte der Kreisverwaltung Altenkirchen, lädt in Zusammenarbeit mit der Kreisvolkshochschule unter dem Motto „Guter Rat ist ♀“ Frauen dazu ein, ihre (eventuelle) Scheu zu überwinden und sich über die Arbeit in einem Gemeinderat zu informieren.
„In vielen Vereinen bei uns im Kreis ginge überhaupt nichts mehr, wenn sich Frauen nicht an entscheidenden Stellen engagieren würden. Aber ausgerechnet dort, wo wichtige Entscheidungen für die eigene Stadt bzw. das eigene Dorf getroffen werden, gibt es nach wie vor eine große Zurückhaltung. Rechtzeitig vor der nächsten Kommunalwahl wollen wir daher aufzeigen, wie wichtig die Mitsprache von Frauen auch in den Räten ist“, erklärt Julia Bieler.
Zur Auftaktveranstaltung am Donnerstag, 23. April, von 18 bis 20 Uhr, in den Räumen der KVHS begrüßt die Gleichstellungsbeauftragte zwei Frauen, die seit Jahrzehnten beweisen, dass starke Stimmen in der Kommunalpolitik auch weiblich sein können: Anka Seelbach (Almersbach) und Kerstin Himmrich (Alsdorf) werden an diesem Abend deutlich machen, dass es eigentlich keinen Grund gibt, sich nicht um ein Mandat zu bewerben. Dazu sind alle Interessierten herzlich eingeladen.
„Frauen machen etwa die Hälfte der Bevölkerung aus. Aus diesem Grund müssen sie sich einfach stärker und aktiver in Gremien einbringen, um bei wichtigen Themen ihre Erfahrungen einzubringen. Nur mit ,durchmischten‘ Gruppen kann man ausgewogene Entscheidungen treffen“, betont Kerstin Himmrich, die selbst als Ortsbürgermeisterin ihrer Heimatgemeinde aktiv ist.
Anka Seelbach weist noch auf andere Aspekte hin. „Auch heute noch sind Frauen diejenigen, die sich um Haushalt, Kinder, Eltern usw. kümmern. Sie sind die Nahtstellen zwischen den Institutionen Kindergarten, Schule, Sportverein oder Sozialdienst. Frauen haben bei diesen Themen, und nicht nur bei diesen Themen, die meiste Sachkenntnis. Daher gehören sie in die Politik! Das ist gerade in der jetzigen Zeit sehr wichtig, wo es einen Trend gibt, dass die Frau an den Kochtopf gehört und den Mund zu halten hat.“ (Kreis Altenkirchen)