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Neue Einsatzfahrzeuge wurden in Dienst gestellt
Bevor die letzte Sitzung des Kreistages begann, hatte die Erste Kreisbeigeordnete Gabriele Wieland zur Einweihung der neuen PV-Anlage (siehe gesonderter Bericht) und zur In-Dienst-Stellung von Einsatzfahrzeugen für den Katastrophenschutz auf den Parkplatz der Kreisverwaltung eingeladen. „Die Besonderheit im Katastrophenschutz ist die enge Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Organisationen und das Vertrauen, sich aufeinander verlassen zu können. Nur so kann es im Krisenfall reibungslos funktionieren,“ begrüßte Gabriele Wieland die Kreistagsmitglieder und Einsatzkräfte von Feuerwehr und DRK.


Zunächst wurden vier Notfall-Krankentransportwagen (NKTW) an die DRK-Ortsvereine Bad Marienberg, Rennerod, Siershahn und Wirges übergeben. An diesen Standorten werden die Fahrzeuge in den Schnelleinsatzgruppen (SEG) Transport eingesetzt und können im Bedarfsfall jeweils bis zu drei Patienten befördern. Die NKTW wurden in Umsetzung des Organisations- und Bedarfsplans 2021 durch den Westerwaldkreis unter finanzieller Beteiligung der DRK-Ortsvereine und des Landes Rheinland-Pfalz beschafft. 35 Prozent der nicht durch Landeszuwendung gedeckten Kosten wurden von den DRK-Ortsvereinen getragen. Pro Fahrzeug belaufen sich die Kosten auf rund 186.000 Euro.
270.000 Euro wurden für einen Einsatzleitwagen 1 (ELW) aufgebracht, der mit 39.000 Euro durch das Land Rheinland-Pfalz gefördert wurde. Der ELW verfügt wie die Notfall-Krankentransportwagen über ein Allrad-Fahrgestell und ist bei der Freiwilligen Feuerwehr Dernbach in der Verbandsgemeinde Wirges stationiert. Er wird als Führungsfahrzeug für den Gefahrstoffzug sowie für den Waldbrandzug und bei Großschadenslagen zur Unterstützung der Informations- und Kommunikationsgruppe des Landkreises eingesetzt. Beide Anschaffungen waren nur dank der Zustimmung der Kreistagsmitglieder möglich.

Ernennungen und Bestellungen
„Doch was nutzt das beste Einsatzfahrzeug und Gerät, wenn wir nicht die Menschen haben, die sie bedienen können?“ Mit dieser Frage leitete Gabriele Wieland zum nächsten Punkt des Tages über: der Besetzung von Funktionen im Katastrophenschutz. Nach eigener Festlegung hat der Westerwaldkreis sechs Organisatorische Leiter (OrgL) bestellt. Damit ist gewährleistet, dass die Funktion stets besetzt ist und im Einsatzfall immer jemand zur Verfügung steht. Bereits im März konnte Frederic Gielsdorf die Stelle von Michael Pfeiffer als OrgL nachbesetzen, der wegen Erreichens der Altersgrenze ausschied. Mit der Bestellung von Benjamin Fuhrländer zum Organisatorischen Leiter und seiner Ernennung zum Ehrenbeamten ist das Sextett jetzt wieder komplett.
Darüber hinaus konnte Gabriele Wieland nachfolgende Personen als Zugführer für die Schnelleinsatzgruppen Nord, Ost, Süd und West bestellen: Vanessa Henrich, Inga Nowag, Dominic Müller, Martin Reitz, Kevin Mittmann, Dominik Schneider, Frank Schäfer und Carsten Steindorf. Lisanne Wüst wurde für den Warnzug, Matthias Mies für den Waldbrandzug, Teileinheit Nord, und Pascal Ferdinand für den Waldbrandzug gesamt sowie die Teileinheit Süd als Zugführer ernannt.
Ärztliche Versorgung im Westerwaldkreis
Bei der anschließenden Kreistagssitzung stand nach der Wahl von Ersatzmitgliedern in Ausschüsse die Erweiterung der „Richtlinie zur Förderung der Niederlassung von Ärztinnen und Ärzten im Westerwaldkreis“ im Fokus. Fördermittel konnten bislang unter anderem für einen Arztsitz beantragt werden, wenn die Kassenärztliche Vereinigung (KV) den Bedarf im Bedarfsplan ausweist und die Zulassung entsprechend ausgesprochen wurde. Inzwischen erkennt die KV aber auch Regionen mit besonderer Bedarfslage an und genehmigt unter bestimmten Voraussetzungen einen zusätzlichen Arztsitz. In diesen Fällen mit Sonderbedarf soll eine zusätzliche Förderung im Programm des Westerwaldkreises möglich sein. Diese sieht vor, eine erhöhte Förderung von bis zu 50.000 Euro zu gewähren. In der Regel wird der Betrag über einen Zeitraum von zehn Jahren in Raten zu maximal 5.000 Euro ausbezahlt. Diese Ergänzung sowie die Verlängerung der gesamten Förderrichtlinie bis Ende 2028 beschloss der Kreistag einstimmig bei zwei Enthaltungen. (VG Montabaur)