IStA ist ein Programm des Psychosozialen Zentrums
Westerwaldkreis. Ein neues Projekt der Regionalen Diakonie Westerwald Rhein-Lahn hat junge Geflüchtete und Menschen aus der Ukraine im Blick: IStA nennt es sich – eine Abkürzung, die für „Identifizierung und Stabilisierung traumatisierter Asylsuchender“ steht. Das aus dem europäischen Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds geförderte Programm läuft bis 2028 und richtet sich speziell an die unbegleiteten minderjährigen- und die ukrainischen Geflüchteten.
IStA ist ein Zusatzprojekt des Psychosozialen Zentrums (PSZ) für traumatisierte Geflüchtete.
PSZ-Teamleiterin Martina Haßel erklärt, warum diese beiden Gruppen besonders im Fokus stehen: „Die ukrainischen Geflüchteten mussten kein Asylverfahren durchlaufen. Dadurch entstehen zum Teil andere Bedarfe in der Begleitung; Themen wie Arbeits- und Wohnungssuche oder das Erlernen der deutschen Sprache, werden beispielsweise schneller relevant, wobei die psychosoziale Belastung nicht geringer als bei allen anderen Geflüchteten ist.“ Deshalb ist die psychosoziale Unterstützung so wichtig, sagt Martina Haßel: „Bei den unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten spielt unterdessen Traumatisierung eine große Rolle. Hinzu kommt seit vergangenem Jahr eine wesentliche Zusatzbelastung durch die Aussetzung des Familiennachzuges, den vor allem diese Zielgruppe häufig anstrebt.“
Dafür braucht es spezielle Angebote, unterstreicht Martina Haßel. „Das medizinische Regelsystem ist überlastet, und es mangelt an kultursensiblen und sprachlich adäquaten Angeboten.“ IStA, das für die Landkreise Westerwald, Rhein-Lahn und Altenkirchen zuständig ist, will für UkrainerInnen und junge Geflüchteten Perspektiven schaffen. „Die medizinische Versorgungslücke soll dadurch kleiner und die soziale Integration erleichtert werden: Die Betroffenen werden angemessen psychosozial und psychotherapeutisch betreut. Dafür sind wir immer auf der Suche nach Sprach- und Kulturmittelnden, die unsere Arbeit durchs Überwinden der Sprachbarriere erst möglich machen“, sagt Martina Haßel. Denn das Ziel des Projektes ist letztlich das Fördern der psychischen Stabilisierung und der Eigenkompetenz – etwa durch sozialpädagogische Begleitung, durch Gruppenangebote speziell für Jugendliche oder durch besondere Veranstaltungen: Im Rahmen der internationalen Wochen gegen Rassismus 2026 waren das beispielsweise ein Filmabend zum Thema Seenotrettung im Mittelmeer in Kooperation mit dem Caritasverband Rhein-Sieg e. V. und eine große Aktion für Vielfalt und Demokratie in Selters in Zusammenarbeit mit der Stadt Selters.
Eine Anmeldung zum Projekt IStA erfolgt auf demselben Weg wie beim Psychosozialen Zentrum (PSZ) für traumatisierte Geflüchtete – die Zuordnung übernimmt intern das Team des PSZ. Dessen Aufgabe ist die psychotherapeutische und psychosoziale Versorgung aller Geflüchteter und Folterüberlebender. Es berät Betroffene, bietet pädagogische Angebote sowie Einzel- und Gruppentherapie für Erwachsene, Kinder und Jugendliche. Das Zentrum, das aus einem elfköpfigen Team besteht, ist in der Trägerschaft der Regionalen Diakonie Westerwald Rhein-Lahn – ebenso wie das Projekt IStA. „Das Ziel des PSZ und des Projekts im Speziellen ist es, schutzbedürftige Menschen nachhaltig zu stabilisieren“, fasst Martina Haßel zusammen. „Damit leisten wir einen wesentlichen Beitrag zur gesundheitlichen, sozialen und gesellschaftlichen Integration.“ (bon) (Diakonie Westerwald)



