„Ehrenamt ist der Kern unserer demokratischen und solidarischen Gesellschaft. Das neu gegründete Landesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement bietet die Chance, gesellschaftliche Veränderungen proaktiv aufzugreifen und Rahmenbedingungen für das Ehrenamt positiv zu gestalten“, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer bei der heutigen Auftaktveranstaltung des von ihr initiierten Landesnetzwerks. Das Landesnetzwerk soll ein Forum des Austauschs für die verschiedenen Akteure im Ehrenamt sein. Über 100 Organisationen, Verbände und Akteure aus gesellschaftlichen, kirchlichen, kommunalen und unternehmerischen Bereichen, die im Ehrenamt auf landespolitischer Ebene aktiv sind, waren zur Auftaktveranstaltung in die Staatskanzlei gekommen. Es geht dabei um Zukunftsfragen in der strategischen Gestaltung und Förderung ehrenamtlichen Engagements.

Die Anforderungen und Erwartungen an eine moderne wirkungsvolle Engagementförderung seien in den vergangenen Jahren erheblich gestiegen. Herausforderungen, wie der Wettbewerb um Engagierte, die zunehmende Zahlung von Pauschalen und Entgelten oder die Vereinsentwicklung, zeigten Handlungsbedarf, den das Landesnetzwerk aufgreife, so die Ministerpräsidentin.

Von der Idee über die Einführung eines allgemeinen sozialen Pflichtdienstes hält Ministerpräsidentin Malu Dreyer nichts, wie sie in diesem Zusammenhang unterstrich. „Das Wesensmerkmal und die besondere Qualität des Ehrenamts ist und bleibt die Freiwilligkeit. Lassen Sie uns stattdessen die Strukturen und Fördermöglichkeiten für das Ehrenamt stärken und die Freiwilligendienste weiter ausbauen. Zwang, Verpflichtung und Indienstnahme sind nicht der richtige Weg“, so die Ministerpräsidentin.

Das Landesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement soll in Zukunft gemeinsam mit der Landesregierung über Schwerpunkte der künftigen Engagementförderung beraten. Neben dem ständigen Informationsaustausch sollen neue Wege und Strategien entwickelt werden, um die Zukunft ehrenamtlichen Engagements in Rheinland-Pfalz voranzutreiben und bedarfsgerecht auszubauen. Koordiniert und begleitet wird das Landesnetzwerk durch die Leitstelle Ehrenamt und Bürgerbeteiligung der Staatskanzlei. Die Leitstelle versorgt die Mitglieder regelmäßig mit aktuellen Informationen. Einmal jährlich trifft sich das Netzwerk, dabei werden vorab vereinbarte Schwerpunktthemen bereichsübergreifend beraten. Wichtig ist hier der offene Austausch zwischen Zivilgesellschaft und Landesregierung. Mit der partnerschaftlichen Beteiligung und Mitwirkung aller Akteure werden Impulse gesetzt. „Ich bin mir sicher, dass wir mit dieser neuen Struktur einen wichtigen Meilenstein in der Engagementpolitik unseres Landes setzen werden. Austausch und Dialog, gegenseitiges Lernen und gemeinsame Strategieentwicklung haben damit einen Rahmen“, so die Ministerpräsidentin.

Auf dem Ehrenamtsportal www.wir-tun-was.rlp.de wird ein eigener Bereich für das Landesnetzwerk eingerichtet. Hier sind auch Informationen und Materialien der Leitstelle zu finden.