Die LSV und die JuLis lehnen pauschales Handyverbot an rheinland-pfälzischen Schulen strikt ab
Die LSV und die JuLis RLP kritisieren das geplante pauschale Handyverbot als „pädagogische Bankrotterklärung“ und fordern zeitgemäße Bildung statt Symbolpolitik.
Die Pläne der rheinland-pfälzischen Landesregierung, die private Nutzung von Smartphones an Schulen bis zur zehnten Klasse pauschal zu verbieten, stoßen auf massiven Widerstand. In einem engen Schulterschluss fordern nun auch die Landesschüler*innenvertretung (LSV) und die Jungen Liberalen (JuLis) Rheinland-Pfalz Bildungsministerin Dr. Ute Eiling-Hütig auf, von diesem Vorhaben abzurücken. Statt sich in rückwärtsgewandte Symbolpolitik zu flüchten, muss das Land auf die Stärkung der Medienkompetenz und die Eigenverantwortung der Schulen setzen.
Ein striktes Verbot, so die beiden Organisationen, bekämpft lediglich Symptome und ignoriert die Lebensrealität junger Menschen. Anstatt Schülerinnen und Schüler auf eine stark digitalisierte Gesellschaft vorzubereiten und drängende Probleme wie Cybermobbing, problematische Mediennutzung oder Desinformation pädagogisch aufzuarbeiten, werden diese Konflikte durch ein Verbot lediglich in den außerschulischen, unbegleiteten Raum verschoben.
„Echte Medienkompetenz lernt man nicht durch erzwungene Abstinenz“, betont Isabelle Seltenreich: „Wir brauchen Lehrkräfte, die uns auf Augenhöhe begegnen und keine Pädagogen, die wertvolle Unterrichtszeit vergeuden müssen, um eine pauschale Regelung durchzusetzen. Wer Politik für die Jugend machen will, muss sie aktiv einbinden, anstatt sie durch einfache Verbote zu bevormunden.“
Darüber hinaus warnen beide Organisationen vor einem Eingriff in die Autonomie der Bildungseinrichtungen. Die Schulen sind bereits heute in der Lage, dezentrale und passgenaue Lösungen im Rahmen ihres eigenen Hausrechts zu finden – gerade auch, was die Nutzung in Pausen und Freistunden angeht. Mobile Endgeräte müssen zudem endlich als legitime und moderne Recherche- und Arbeitsinstrumente im Unterricht anerkannt werden, da die staatliche digitale Infrastruktur vielerorts noch immer lückenhaft ist.
„Smartphones und Künstliche Intelligenz sind fester Bestandteil unseres Alltags. Ein landesweites Verbot nimmt den Schulen die Freiheit, individuelle Konzepte für ihre Schulgemeinschaft zu entwickeln“, erklärt der JuLi-Landesvorsitzende Jonathan Voss. „Schule muss befähigen, nicht verbieten. Wir erwarten, dass junge Menschen im Unterricht einen sicheren, kritischen und datenschutzkonformen Umgang mit digitalen Medien erlernen. Diese Chance dürfen wir uns nicht durch pauschale Verbote verbauen.“
Abschließend richten LSV und JuLis einen gemeinsamen Appell an das Bildungsministerium, den direkten Dialog mit der Jugend zu suchen, anstatt strukturelle Entscheidungen über ihre Köpfe hinweg zu treffen. Um das soziale Miteinander auf den Pausenhöfen wieder stärker zu fördern, braucht es keine restriktiven Maßnahmen, sondern echte Investitionen. Die Landesregierung ist in der Pflicht, den gewaltigen Sanierungsstau von rund vier Milliarden Euro an den Bildungseinrichtungen abzubauen und Schulen so zu gestalten, dass sie aus sich heraus zu attraktiven Lebens- und Gemeinschaftsorten werden. (Junge Liberale)



