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Westerwald (shg) Zu einer Reihe von Andachten unter dem Titel „Schmerzpunkte“ lädt während der Passionszeit die Evangelische Erwachsenenbildung im Dekanat ein. An historischen Außenorten im Westerwald wird an Ereignisse und Geschichten erinnert, die Spuren in Landschaft, Gebäuden und Biografien hinterlassen haben. Jede rund zwanzigminütige Andacht an vier Donnerstagen beinhaltet einen kurzen Impuls, der einen Raum für Besinnung eröffnet. Der erste Termin ist am Donnerstag, 26. Februar, um 19 Uhr am ehemaligen Schullandheim Höchstenbach. Pfarrerin Elisabeth Huhn erinnert an eines der schlimmsten Busunglücke Deutschlands, durch das Höchstenbach traurige Berühmtheit erlangte: Am 1. Juni 1955 war eine Frauengruppe aus Rheinhausen auf einem Ausflug durch den Westerwald unterwegs. Oberhalb von Höchstenbach prallte der vollbesetzte Bus gegen einen Baum. 18 Frauen kamen ums Leben. Das Schullandheim in Höchstenbach wurde wenige Jahre nach dem Unfall durch die Stadt Rheinhausen zum Gedenken erbaut.


Der zweite Termin findet am Donnerstag, 12. März, bereits um 17 Uhr auf dem jüdischen Friedhof Gemünden statt (Treffpunkt 16:45 Uhr am Parkplatz neuer Sportplatz). Geschichtsexperte Stefan Ferger erinnert an die Schändung der Grabstätten 1932 am jüdischen Friedhof Gemünden, die bereits ein Jahr vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten stattfand. Bei den letzten Reichstagswahlen 1933 wählten 90% der Wähler in Gemünden nationalsozialistisch. Sogar das „Israelitische Familienblatt“ aus Hamburg berichtete im Mai 1932 über die massiven antijüdischen Ausschreitungen im Westerwald.
Der dritte Termin ist am Donnerstag, 19. März, um 19 Uhr am Parkplatz Hofwiese Westerburg. Sozialpädagoge und Suchtberater bei der Diakonie Westerwald, Reiner Kuhmann, klärt über die verschiedenen Arten der, derzeit im Westerwald kursierenden, Drogen, deren Wirkungen und Risiken sowie Konsummuster auf. Gerade Jugendliche geraten in Versuchung: aus Neugier, durch Gruppendruck, aus Überforderung; der Drogenkonsum in dieser Altersgruppe steigt. Doch was kurzfristig Erleichterung bringt, kann langfristig abhängig machen, Beziehungen zerstören und die eigene Zukunft gefährden.
Der vierte Termin ist am Donnerstag, 26. März, um 19 Uhr vor der Christkönigkirche Westerburg. Pastoralreferentin Dorothee Bausch thematisiert den Verlust kirchlicher Gebäude im Westerwald. Die Reformprozesse sowohl der Katholischen und als auch der Evangelischen Kirche nehmen die Veräußerung von Kirchen zunehmend in den Fokus. Doch Kirchen sind mehr als Immobilien, sie sind geistliche Orte, identitätsstiftende Wahrzeichen und oft prägende Mittelpunkte ihrer Dörfer und Städte. Ihr Verkauf oder ihre Umnutzung lösen auch Trauer und viele Fragen aus.
Alle Veranstaltungen sind ohne Anmeldung und kostenfrei. Weitere Informationen bei Sabine HammannGonschorek unter Tel. 02663/968222, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder auf www.evangelischimwesterwald.de oder www.eeb-westerwald.de. (Evangl. Dekanat WW)