Manchmal beginnt die Entstehung eines neuen Modellbahnprodukts mit einer einfachen E-Mail. Im Fall des historischen Bahnhofs Rotenhain war es die Initiative der Arbeitsgemeinschaft Mechanische Stellwerke e.V., die den Anstoß gab, ein bedeutendes Stück Westerwälder Eisenbahngeschichte dauerhaft zu bewahren.
Der Verein wandte sich mit dem Vorschlag an die Modellbahn Union GmbH, den Bahnhof Rotenhain als Lasercut-Bausatz umzusetzen. In seiner Nachricht beschrieb Vereinsmitglied Sven Ackermann die besondere Geschichte des Gebäudes und dessen Bedeutung für die Region. Der Bahnhof wurde 1968 als Ersatz eines älteren Empfangsgebäudes errichtet und zählt damit zu den letzten an einer Nebenbahn neu errichteten Bahnhofsgebäuden der Deutschen Bundesbahn.
Nach der Außerbetriebnahme im Jahr 2018 wurde das Gebäude von Privatpersonen übernommen und dient heute der Arbeitsgemeinschaft Mechanische Stellwerke e.V. als Vereinssitz. Mit großem ehrenamtlichem Engagement wurden die historische Stellwerkstechnik und zahlreiche Einrichtungen wieder vervollständigt und funktionstüchtig gemacht. Seit 2021 steht der gesamte Bahnhof einschließlich der noch vorhandenen Stellwerkstechnik unter Denkmalschutz und gilt als das jüngste Baudenkmal der Ortsgemeinde Stockum-Püschen.
Die Begeisterung und das Engagement des Vereins überzeugten auch Modellbahn Union. Aus den zur Verfügung gestellten Zeichnungen, Vermessungen, Fotografien und zahlreichen Detailinformationen entstand ein präziser Lasercut-Bausatz des Bahnhofs.
„Uns erreichen regelmäßig Vorschläge für neue Modelle. Beim Bahnhof Rotenhain hat uns besonders beeindruckt, mit welchem Engagement die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Mechanische Stellwerke den Bahnhof erhalten und seine Geschichte lebendig halten. Genau solche Projekte möchten wir unterstützen. Für uns ist dieses Modell deshalb weit mehr als ein neues Produkt – es ist ein Beitrag zum Erhalt regionaler Eisenbahngeschichte“, erklärt Marcel Hagemann, Geschäftsführer der Modellbahn Union GmbH.
Der Bahnhof Rotenhain steht stellvertretend für viele kleine Nebenbahnhöfe, die über Jahrzehnte das Leben im Westerwald geprägt haben. Mit der Umsetzung als Modell bleibt dieses Stück regionaler Identität nicht nur vor Ort erhalten, sondern findet seinen Platz auf Modellbahnanlagen in ganz Deutschland und darüber hinaus.
Der detailgetreue Bausatz erscheint gleichzeitig in den drei Spurweiten H0 (1:87), TT (1:120) und N (1:160) und ermöglicht es einer großen Zahl von Modellbahnern, den Bahnhof originalgetreu nachzubauen. Entwickelt und produziert werden die Modelle in Deutschland.
Modellbahn Union verfolgt mit solchen Projekten das Ziel, markante Bauwerke und regionale Besonderheiten dauerhaft für die Modellbahnwelt zu erhalten. Dabei entstehen viele Modelle in enger Zusammenarbeit mit Vereinen, Privatpersonen und Eisenbahnfreunden, die ihre Ortskenntnis, historische Unterlagen und ihre Begeisterung für das Vorbild einbringen.
Der Bahnhof Rotenhain ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie aus ehrenamtlichem Engagement, regionaler Verbundenheit und moderner Modellentwicklung ein Projekt entsteht, das weit über die Grenzen des Westerwaldes hinaus Interesse weckt. (Modellbahnunion)



