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WIRD DAS FAMILIENFERIENDORF HÜBINGEN GERETTET ODER GEHT DAS LICHT FÜR IMMER AUS?

Hübingen/WW. Die Zeit läuft und die Uhr tickt laut. Bis Mitte Juli entscheidet sich, ob das Familienferiendorf Hübingen in eine neue gute Zukunft starten kann, oder die Einrichtung dauerhaft geschlossen wird. Die Schließung würde wahrscheinlich zunächst den Leerstand und ggf. auch den Verfall der Anlage bedeuten. Denn die Suche nach Investoren verlief trotz großer Anstrengungen bisher erfolglos.
Deshalb hat der Insolvenzverwalter dem Trägerverein angeboten, über einen Insolvenzplan die Anlage aus der Insolvenz zu führen und weiter zu betreiben. Die Chancen hierfür stehen nicht schlecht. Mit einem angepassten Betriebskonzept soll sichergestellt werden, dass der Betrieb in Zukunft ohne Defizit und möglichst mit einer Instandhaltungsrücklage laufen kann. Für die anstehenden Sanierungsarbeiten hat eine große Stiftung bereits einen siebenstelligen Beitrag in Aussicht gestellt. Und der Verein rechnet auch weiterhin mit einer Förderung des Landes für die anstehenden baulichen Investitionen, so wie im vergangenen Jahr bei der Erneuerung der Heizungsanlage.


Was jetzt noch fehlt ist die Einlage in den Insolvenzplan und ein Startkapital für den Verein, mit dem er am Tag X nach Beendigung der Insolvenz den Betrieb wieder fortführen kann. Für diese beiden Verpflichtungen wird eine Summe von 350.000 Euro benötigt. Die Stiftung Familienferiendorf Hübingen, die im vergangenen Jahr gegründet wurde, um den Verein zu unterstützen, hat von dieser Summe bereits 281.000 € als Spenden eingeworben. Es fehlen also „nur noch“ 69.000 Euro, um am 15. Juli mit der Aufstellung des Insolvenzplans zu beginnen.

Nur noch wenig fehlt, damit es erfolgreich weitergehen kann…
Die Verantwortlichen für den Verein und die Stiftung zeigen sich hocherfreut, dass ein so hoher Betrag bereits durch großherzige Spender und Spenderinnen und Organisationen bereitgestellt wurde. „Das ist ein klares und deutliches Zeichen dafür, dass es in unserem Land vorbildliche Menschen gibt, die es mit der Gemeinwohlverpflichtung des Grundgesetzes und der Landesverfassung ernst meinen“ erklärt der Vorsitzende des Trägervereins, Dr. Hanno Heil. Er verweist dabei auf eine Veröffentlichung des Statistischen Bundesamtes, in der festgestellt wird, dass 17 Mio. Menschen in unserem Land sich nach eigener Auskunft keinen einwöchigen Urlaub leisten können. Das Feriendorf, dass insbesondere für Familien in besonderen Lebenslagen günstige Urlaube anbietet, braucht nun die Solidarität derer, die sich einen oder auch zwei Urlaube im Jahr leisten können. Die Stiftung appelliert deshalb an alle, die sich einen schönen Urlaub leisten können und ihn zu schätzen wissen, durch einen Beitrag zum Erhalt des Familienferiendorfs auch weniger begünstigten Menschen eine gute Urlaubsmöglichkeit dauerhaft zu erhalten.

Infoabend ohne Massenandrang, aber mit viel Wissenswertem
Um das Umfeld des FFD, Spender, Kommunalpolitik und die gesamte interessierte Bevölkerung über den aktuellen Stand zu informieren, hatte die FFD-Stiftung in das zum Feriendorf gehörende Zirkuszelt eingeladen. Für die Teilnehmenden hatte sich das Kommen gelohnt, wurden sie doch umfassend von den Verantwortlichen informiert. Zunächst erinnerte Dr. Hanno Heil an die FFD-Eröffnung im Mai 1969 durch den damaligen Limburger Bischof Wilhelm Kempf, der die Idee dazu mit dem damaligen Landrat des Unterwesterwaldkreises entwickelt hatte. „Leider hat sich das Bistum 2005 als Träger verabschiedet und wir haben die große Anlage als kleiner Verein ohne finanziellen Rückhalt bis heute allein fortgeführt“, so der langjährige Vorsitzende des FFD-Trägervereins. Der ehemalige Hübinger Ortsbürgermeister Wilfried Noll, Mitglied des Stiftungsrats, erinnerte daran, dass das Haus in fünf Jahrzehnten vom gesamten Dorf und dem gesamten Buchfinkenland als „unser Familienferiendorf“ mitgetragen wurde und der Einsatz lobenswert war. Etwas enttäuscht zeigten sich die Einladenden von der fehlenden Resonanz der Hübinger Bevölkerung und deren Gemeindevertreter. Immerhin sei diese Gemeinde von einem drohenden Leerstand direkt betroffen,

Insolvenzantrag soll in sichere Zukunft führen
Ortsgemeinde, Bistum und Landkreis waren sich damals einig, in das reizvolle Gelände am Buchenberg kein mehrstöckiges „Bettensilo“ zu bauen, sondern eine Anlage, die sich trotz der hohen Gästezahlen in die Hanglage und den Übergang von Wald und Wiesen integriert. Im zeitlosen Bauhausstil errichtet, gilt das aus 40 Ferienhäusern und verschiedenen Funktionsgebäuden bestehende Feriendorf bis heute als architektonisch gelungen. Mit sehr hohem Engagement von Ehrenamtlichen sowie einer motivierten Mitarbeiterschaft hat die große Anlage erfolgreich bis heute fortbestehen können. Seit 1986 wurden notwendige Sanierungen mit Hilfe von Land und Bund durchgeführt und sogar die Coronajahre konnten bewältigt werden. Leider waren jedoch die Kürzungen der Fördermittel für die Familienerholung wie auch der Wegfall der investiven Beteiligung des Bundes schwer verkraftbar. Claus Eberling fügte als Schatzmeister des Vereins hinzu: „Im letzten Jahr hatten wir dann wegen der dringend gebotenen Heizungssanierung einen Belegungsausfall von vollen 2 Monaten, den wir in Verbindung mit dem vorhandenen Investitionsstau nicht aus eigener Kraft haben bewältigen können“, so der Unternehmensexperte. Die Konsequenz daraus sei gewesen, das man selbst Insolvenz angemeldet habe, um die Finanzen in Verbindung mit den nötigen Zukunftsinvestitionen neu zu regeln. „Jetzt darf der erfolgreiche Neustart doch nicht an wenigen Tausend Euro scheitern!“, so Eberling.

Nicht nur belastete Familien brauchen das ruhige FFD im Grünen!
FFD-Geschäftsführer Michael Nagel zeigte auf, wie besonders das Feriendorf ist und mit seinen 240 Betten für viele belastete Familien, aber auch zahlreiche Schulklassen sowie Vereine, Gruppen und Organisationen mit seiner ruhigen Lage im Grünen in reizvoller Landschaft und dem pädagogischen Angebot sei. „Die Gesellschaft braucht mehr denn je solche Orte wie das FFD in Hübingen und wir sind hier vor Ort hochmotiviert bereit, diesen gesellschaftlichen Auftrag weiter auszufüllen und das Haus zukunftsfähig zu machen“, so Nagel mit großem Nachdrück.

Viele Pluspunkte sprechen für das FFD in Hübingen
Die Attraktivität der Anlage in einer einmaligen Panoramalage mit weitläufigem Freigelände und die Nähe zum Wildpark in Gackenbach, der fußläufig zu erreichen ist, spricht für sich. Sehr gerne genutzt wird das pädagogische Angebot mit vielen Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung vom Kinderzirkus bis zu Keramikarbeiten. Zu nennen ist auch die günstige Lage zwischen zwei Ballungsräumen mit guter Verkehrserschießung über Autobahn und ICE. Hinzu kommt, dass immer mehr vergleichbare Einrichtungen schließen müssen und sich das Angebot zunehmend verknappt.
Die Gebäude überzeugen durch ihre moderne lichtdurchflutete Bauweise und kaum zu übertreffende Lage, die viele Outdoor-Aktivitäten ermöglicht. Hinzu kommt, dass das FFD – mit Ausnahme der Coronazeit – seinen Geschäftsbetrieb bei stabiler Belegung ohne operative Zuschüsse selbst erwirtschaften konnte. Auch die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Unterstützern, Lieferanten und der Aufbau einer eigenen Stiftung sind zu erwähnen. Ein Alleinstellungsmerkmal ist sicher auch der engagierte Trägerverein: im guten persönlichen Miteinander bei einem eng vernetzten Umfeld wird die Anlage mit hohem ehrenamtlichem Einsatz der Mitglieder um den Vorstand und den Geschäftsführer geleitet. Dabei sind alle Verantwortlichen immer offen für neue Konzepte und Trägerstrukturen.

Ende oder Rettung bis zum 15.7.?
Nun steht der Träger mit dem FFD vor entscheidenden Tagen bis Mitte Juli. Damit der Neustart gelingt, setzen die Verantwortlichen auf viele weitere Menschen, Unternehmen und Spender im Westerwald und darüber hinaus, die Solidarität und Gemeinwohl-Orientierung als zentrale Werte unserer Gesellschaft ansehen und verwirklichen wollen! Weitere Infos gibt gerne Hausleiter Michael Nagel unter Tel. 06439-92004-0, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder Dr. Hanno Heil als Vorsitzender der FFD-Stiftung unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Tel: 0173-3155289. (Uli Schmidt)