Rund 1600 Schülerinnen und Schüler besuchten die Ausbildungsmesse auf dem Außengelände der BBS Montabaur
Der Himmel zeigte sich am Messetag nicht gerade von seiner sommerlichen Seite. Doch weder die rund 1600 Besucherinnen und Besucher, noch die rund 70 ausstellenden Unternehmen ließen sich von den grauen Wolken und gelegentlichen Regenschauern die Stimmung verderben. Auf der Open-Air-Ausbildungsmesse der Agentur für Arbeit Rhein-Wied-Westerwald, die in diesem Jahr zum fünften Mal auf dem Außengelände der BBS Montabaur stattfand, drehte sich wieder alles um die berufliche Zukunft.
Schon zur Eröffnung herrschte reger Betrieb auf dem Messegelände. Ganze Schulklassen aus den umliegenden Schulen waren gekommen, um Berufe kennenzulernen, Kontakte zu knüpfen und vielleicht sogar den ersten Schritt in Richtung Ausbildung oder Praktikum zu machen.
Die Gründe für den Besuch waren dabei ganz unterschiedlich. „Ich bin hier, um zu sehen, was es noch so für Berufe gibt. Es sind viel mehr, als ich kenne. Ich weiß nicht genau, was ich werden will, vielleicht bekomme ich hier neue Ideen“, sagte eine Schülerin beim Rundgang über das Gelände. Ein Mitschüler ergänzte: „Ich habe schon einen Ausbildungsplatz, möchte aber schauen, was noch so gehen könnte.“ Und ein weiterer Besucher hatte ein klares Ziel vor Augen: „Ich möchte ein Praktikum machen und hoffe, hier direkt Betriebe ansprechen zu können. Vielleicht kann ich das heute direkt klarmachen.“
Genau diese Mischung aus Orientierung, Neugier und konkreten Zukunftsplänen macht die besondere Atmosphäre der Veranstaltung unter freiem Himmel aus.
Die regionalen Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen – u.a. Handwerk, Elektro, Pflege, IT, Verwaltung, Bau und Gesundheitswesen - boten neben direktem Kontakt und Informationen zu den Ausbildungsberufen häufig Mitmachaktionen, um die unterschiedlichen Berufe direkt erlebbar zu machen. Am Stand von Koch Bedachungen aus Wirges entstanden aus Schieferplatten kleine Kunstwerke und sogar Schieferherzen. Bei der Polizei konnten Interessierte mithilfe von VR-Brillen in den spannenden Berufsalltag eintauchen. Das Deutsche Rote Kreuz zeigte an Übungspuppen Maßnahmen der Ersten Hilfe und lud zum Mitmachen ein. Für staunende Blicke sorgte außerdem das Zahnmobil, eine rollende Zahnarztpraxis, die unter anderem Senioreneinrichtungen anfährt und eindrucksvoll demonstrierte, wie vielfältig moderne Arbeitswelten geworden sind.
Erstmals vertreten war die Adolf-Reichwein-Schule aus Limburg. Sie stellte den Ausbildungsgang zur chemisch-technischen Assistentin beziehungsweise zum chemisch-technischen Assistenten vor. Lehrerin Eva Molsberger-Lange warb engagiert für den Beruf: „Nur wenige wissen von dieser Ausbildung, die rein schulisch erfolgt. Das Fachabitur gibt es gleich dazu, und die Chancen auf einen Arbeitsplatz in den Unternehmen der Region sind hervorragend.“ Ihren Beruf brachte sie mit einem humorvollen Satz auf den Punkt: „Chemie ist wie Kochen – aber leck nie den Löffel ab.“
Dass viele Unternehmen langfristig denken, zeigte das Hotel Zugbrücke aus Höhr-Grenzhausen. Die Ausbildungsplätze für das kommende Ausbildungsjahr sind dort bereits vollständig vergeben. Auf der Messe warb das Hotel deshalb bereits um Nachwuchskräfte für das Jahr 2027 und stellte unter anderem das Duale Studium Tourismusmanagement (B.A.) vor.
Auch die Berufsberatung vor dem Erwerbsleben (BBvE) der Agentur für Arbeit verzeichnete großen Andrang. Viele Jugendliche nutzten die Gelegenheit, Fragen zu Ausbildung, Praktikum und beruflichen Perspektiven zu stellen. Gleichzeitig warb die Arbeitsagentur als Arbeitgeber um Nachwuchskräfte für ihre Ausbildungsmöglichkeiten und dualen Studiengänge.
Die Messe zeigte einmal mehr, wie wichtig persönliche Begegnungen für die Berufswahl sind. Wo sonst können Jugendliche an einem Vormittag mit so vielen Arbeitgebern ins Gespräch kommen, Berufe ausprobieren und neue Perspektiven entdecken? Die Antwort war auf dem Gelände der BBS Montabaur deutlich spürbar: Berufsorientierung funktioniert am besten, wenn sie greifbar wird. Nina Hartmann, Teamleiterin der Berufsberatung und Organisatorin der Veranstaltung, zeigte sich mit dem Verlauf der Messe sehr zufrieden: „Es ist immer wieder schön zu sehen, wie aus Neugier konkrete Perspektiven entstehen. Wenn Jugendliche an einem Stand stehen bleiben, Fragen stellen und plötzlich feststellen: „Das könnte etwas für mich sein“, dann haben wir unser Ziel erreicht. Die Messe schafft Begegnungen, die online so nicht möglich wären.“ (Arbeitsagentur Montabaur)



