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Ortsgemeinde und ABID Firmengruppe aus Limburg stellen Pläne für das
2500 Quadratmeter großes Areal in der Westerwaldgemeinde vor

Nentershausen. Seit 2018 ist die Ortsgemeinde Nentershausen Eigentümerin eines rund 2500 Quadratmeter großen Grundstücks an der Heilberscheider Straße in der Westerwaldgemeinde. Ziel ist es seitdem, altersgerechte Wohnmöglichkeiten für Senioren zu schaffen. Nun geht das Projekt nach verschiedenen Rückschlägen in den zurückliegenden Jahren mit einem neuen Investor auf die Zielgerade.

In einer Informationsveranstaltung im Bürgerhaus Nentershausen, an der 70 Interessierte im komplett gefüllten kleinen Saal teilnahmen, stellten Nentershausens Ortsbürgermeister Tobias Reusch sowie Marcel Kremer und Stephan Hötterges von der ABID Firmengruppe aus Limburg an der Lahn den aktuellen Stand der Planungen für das Grundstück in der Westerwaldgemeinde vor. Entstehen soll ein Gebäude aus drei Vollgeschossen nach heutigen Energiestandards, das nach derzeitigen Planungen 19 Wohnungen samt Balkonen bzw. Terrassen beinhaltet.

Die Wohnungsgrößen variieren dabei zwischen 57 und 84 Quadratmetern und sollen allesamt barrierefrei und behindertengerecht sein. So werden die drei Etagen beispielsweise per Aufzug erschlossen und die Bäder sollen so gestaltet werden, dass dort auch ein Rollstuhl bzw. Rollator Platz findet. Geplant ist, dass das Gebäude auch einen Allgemeinraum für die gesamte Hausgemeinschaft im Erdgeschoss samt Küchenzeile und WC erhält. „Hier wollen wir die Möglichkeit für gemeinsame Begegnungen und Erlebnisse schaffen“, erklärte ABID-Geschäftsführer Stephan Hötterges bei der Projekt-Präsentation. 

Insgesamt sollen die zukünftigen Hausbewohner auch auf Betreuungsangebote, wie einen Pflegedienst oder einen 24-Stunden-Notruf nach dem jeweiligen Bedarf zurückgreifen können. Die Wohnungen selbst sollen an Käufer bzw. Kapitalanleger verkauft werden, die diese entweder selbst nutzen oder vermieten können. Geplant ist, dass in den Neubau Menschen erst ab 55 Jahre einziehen können. „Damit tragen wir dem Wunsch der Ortsgemeinde nach Seniorenwohnen Rechnung“, sagte Hötterges. Ein weiterer Wunsch des Gemeinderates, in dem Gebäude eine Tagespflege zu verwirklichen, ist unterdessen nicht vom Tisch. „Wir müssen dafür aber einen Anbieter finden. Hierzu werden wird in den kommenden Monaten noch Gespräche mit potenziellen Betreibern führen“, erklärte Marcel Kremer. Sollte die Tagespflege kommen, dann würden drei im Erdgeschoss geplante Wohnungen entfallen, wie Kremer deutlich machte.

Einen großen Schritt hat die ABID Firmengruppe bereits gehen können, denn für das Senioren-Wohnprojekt in Nentershausen konnte ein wichtiger Ankermieter gefunden werden. Die Gemeinschaftspraxis Dres. Alexander Weber und Peter Sahmer soll in das Erdgeschoss einziehen. Bisher ist die Praxis unweit entfernt in der Oberdorfstraße in Nentershausen in einem Gebäude, welches 1989 in Betrieb gegangen ist, untergebracht. Der Platzbedarf ist allerdings im Laufe der Jahrzehnte gewachsen und die bisherigen Praxisräume sind nicht barrierefrei. Das soll sich mit dem Umzug in den geplanten Bau an der Heilberscheider Straße ändern, der dann eine moderne, ebenerdige Praxis samt Behandlungsräumen und Wartezimmer auf rund 280 Quadratmetern bieten soll. „Wir werden die Räumlichkeiten mehr an die Bedürfnisse der Patienten und unsere Prozesse anpassen, damit für alle Beteiligten der Aufenthalt in der Praxis angenehmer wird.“, erklärte Dr. Peter Sahmer bei der Vorstellung, der frühzeitig mit in die Entwicklung des Projekts eingebunden wurde.

Ein Manko, dass die bisherige Praxis hat, soll mit dem Neubau an der Heilberscheider Straße zudem möglichst der Vergangenheit angehören: Der Parkplatzmangel. Das Gebäude soll ausreichend Parkplätze erhalten. 29 Stellflächen, die von der Heilberscheider Straße aus angefahren werden können, sind dort derzeit vorgesehen. Entlang der Poststraße sollen auf dem Gelände außerdem elf weitere Parkplätze zur Verfügung stehen.

Der Gemeinderat Nentershausen hatte zuletzt bereits grünes Licht für das Seniorenwohnen samt Hausarztpraxis gegeben. Noch vor den Sommerferien soll der Kaufvertrag zwischen der Ortsgemeinde und dem Limburger Spezialisten für seniorengerechte Immobilien nunmehr unterzeichnet werden. Wann es auf dem Gelände, für das es bereits einen rechtskräftigen Bebauungsplan gibt, losgehen kann mit Bautätigkeiten und dem Abriss des bestehenden Wohnhauses samt Scheune steht unterdessen noch nicht fest. „Wir müssen die aktuellen Entwicklungen im Baubereich und in der Welt im Blick behalten“, sagt Marcel Kremer. Daher könnten zum jetzigen Zeitpunkt auch noch keine verlässlichen Aussagen zu Kauf- oder Mietpreisen für die Wohnungen getroffen werden.

Ortsbürgermeister Tobias Reusch dankte den beiden Vertretern der ABID Firmengruppe, die in den vergangenen Jahren bereits ähnliche Projekte unter anderem in Weilburg, Limburg oder Solms umgesetzt hat, für ihre Bereitschaft, in Nentershausen ihre Expertise einzubringen. Gleichzeitig galt sein Dank den Eisbachtaler Sportfreunden, die den Kontakt zu ABID hergestellt hatten. „Für unsere Ortsgemeinde ist die Verwirklichung von Seniorenwohnen an der Heilberscheider Straße ein sehr wichtiges Thema, das uns bereits seit fast acht Jahren beschäftigt und bei dem es immer wieder zu Rückschlägen gekommen ist. Wir freuen uns, dass wir jetzt einen Partner aus der Region gewinnen konnten, mit dem wir dieses Projekt umsetzen können und der gleichzeitig dazu beiträgt, dass unser Hausarztstandort für die kommenden Jahre ebenfalls gesichert wird“, sagte Tobias Reusch abschließend. (VG Montabaur)