DERNBACH | Draußen lag die Hitze eines frühen Sommertages über Dernbach und drinnen im Kloster Maria Hilf herrschte eine erfrischende und heitere Atmosphäre. Es wurde gelacht, geschmunzelt und aufmerksam zugehört. Die Menschen im Raum spürten an diesem Nachmittag eine große Verbundenheit untereinander und feierten auch den Geburtstag von Katharina Kasper an eben diesem 26. Mai.
Zu Beginn begrüßte Sr. M. Theresia Winkelhöfer ADJC die Gäste im Kloster Maria Hilf. Schon dabei wurde die besondere Freude spürbar, mit der die Dernbacher Schwestern diesen Nachmittag vorbereitet hatten. Im Mittelpunkt der Veranstaltung „Ein Segen fürs Leben“ stand die Vorstellung des neuen Buches von Pater Prof. Dr. Rainer Berndt SJ über die Limburger Bistumsheilige. Der Nachmittag machte schnell deutlich, dass es dabei vor allem um die Frage ging, was von ihrem Geist bis heute lebendig geblieben ist und wie ihre Spiritualität Menschen auch in der Gegenwart Orientierung geben kann.
Durch den Nachmittag führte Dr. Georg Poell, Leiter der Katholischen Erwachsenenbildung Westerwald - Rhein-Lahn (KEB). Mit leichter Hand verband er Vortrag, Gespräch und musikalische Elemente miteinander und schuf so eine offene und persönliche Gesprächsatmosphäre.
Keine Biografie, sondern geistliche Lektüre
Dr. Ralf Stammberger, Leistungsbereichsleiter Pastoral und Bildung im Bistum Limburg, führte in die Publikation ein und stellte fest: Dieses Buch ist keine klassische Biografie. Schon die äußere Form überrasche, sagte er mit Blick auf „444 eng bedruckte Seiten“ und das umfangreiche Inhaltsverzeichnis. Das Werk wolle „nicht in erster Linie ein Sachbuch“ sein, sondern vielmehr „eine geistliche Lektüre“.
Im Zentrum stehen Briefe Katharina Kaspers. Gerade darin liege ein besonderer Schatz, erklärte Stammberger. Die Texte eröffneten Einblicke „in Katharinas Denken, in ihre Spiritualität und letztlich ihre Theologie“. Pater Berndt erschließe diese Briefe nicht nur historisch, sondern frage danach, was sie heutigen Leserinnen und Lesern sagen können. Das Buch lade dazu ein, sich auf Katharina Kaspers innere Haltung einzulassen und ihren Glauben als lebendige Kraft wahrzunehmen. Stammberger bezeichnete das Werk zudem als „eine Einladung, Katharina Kasper als geistliche Lehrerin neu zu entdecken“.
Er hob hervor, dass Katharina Kaspers Spiritualität nichts Weltfremdes gehabt habe. Die Schöpfung sei ihr ein „geistlicher Genuss“ gewesen. Gerade darin zeige sich ein Glaube, der das Leben trotz aller Mühen bejahe und Menschen Hoffnung und Zuversicht schenke.
Stammberger betonte außerdem, wie prägend Katharina Kasper für die frühen Jahre des Bistums Limburg gewesen sei. Sie habe die Entwicklung des jungen Bistums entscheidend mitgestaltet und vielerorts Spuren hinterlassen, die bis heute sichtbar seien. Gerade ihr entschlossenes Handeln aus dem Glauben heraus habe Menschen bewegt und Strukturen geschaffen, die lange über ihre eigene Lebenszeit hinauswirkten.
„Von Gottes Geist bewegt“
Wie sehr Katharina Kasper bis heute inspiriert, zeigte sich besonders im anschließenden Gespräch mit den Teilnehmenden. Immer wieder wurde deutlich, dass die Spiritualität der Bistumsheiligen für die Dernbacher Schwestern nichts Vergangenes ist, sondern gelebte Gegenwart.
Eine Schwester formulierte dies mit großer Leidenschaft und Energie: Katharina Kasper sei „von Gottes Geist bewegt“ gewesen und deshalb habe sie die Kraft gehabt, all das zu schaffen, was aus ihren kleinen Anfängen entstanden sei.
Sr. M. Theresia Winkelhöfer ADJC sprach mit sichtbarer Begeisterung über das vorgestellte Werk. „Ich komme gar nicht mehr los von diesem Buch“, sagte sie und ihre Freude wirkte ansteckend. Als eine weitere Schwester anschließend bemerkte, der Vortrag habe „die Freude noch verstärkt, eine Dernbacher Schwester zu sein“, ging ein heiteres und bestätigendes Schmunzeln durch den Saal.
Katharina Kaspers Geist heute leben
Pfarrer Andreas Fuchs stellte die Frage nach der Zukunft der Armen Dienstmägde Jesu Christi. Wie es mit der Gemeinschaft weitergehe, könne niemand wissen. Doch das Buch zeige eindrücklich, dass Katharina Kaspers Geist auch heute weitergetragen werden könne, „als Einladung, ihre Spiritualität in die Gegenwart zu übersetzen und Menschen dort beizustehen, wo sie Hilfe brauchen“.
Ein besonders familiärer Moment entstand am Ende der Buchvorstellung: Hildegard Schaefer-Breit spielte auf dem Klavier Variationen von „Zum Geburtstag viel Glück“. Spontan stimmten zahlreiche Anwesende mit ein und sagen für Katharina Kasper.
Den Abschluss bildete ein gemeinsamer Gottesdienst in der Klosterkirche. Veranstaltet wurde der Nachmittag vom Bistum Limburg gemeinsam mit der Katholischen Erwachsenenbildung Westerwald - Rhein-Lahn (KEB) und den Dernbacher Schwestern (ADJC). (KEB Hadamar)



