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Das war der Titel des Informationsabends, zu dem die Volkshochschule (VHS) Bad Marienberg und die Initiative Demokratiesommer, die sich parteiübergreifend und interreligiös mit Aktionen und Projekten für unsere Demokratie einsetzt, in den Jürgen-Schmidt-Saal des Verwaltungsgebäudes eingeladen hatten.

Für Schülerinnen und Schüler der Marie-Curie-Realschule plus, des Evangelischen Gymnasiums mit ihren begleitenden Lehrerinnen und Lehrern sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger standen die heimischen Landtagsabgeordneten, Landtagspräsident Hendrik Hering und MdL Janick Pape Rede und Antwort zu diesem aktuellen Thema. Die Moderation hatte Frau Dr. Inka Engel von der Universität Koblenz.

Nach einer kurzen Begrüßung der rund 50 Anwesenden durch den Geschäftsführer der VHS, Gerd Schell, der betonte, dass Demokratie nicht selbstverständlich sei, gaben die beiden Abgeordneten ein persönliches Statement ab zu den zwei grundsätzlichen Fragen des Abends „Was bedeutet für Sie persönlich Demokratie – und warum ist sie nicht selbstverständlich?“ sowie „Wie schaffen wir es, mehr Jugendliche für Demokratie zu begeistern?“

Ab dann bestimmten die Jugendlichen die Themen des Abends. Als interaktives Diskussionsformat für große Gruppen hatte die Moderatorin die Fishbowl-Methode vorgegeben. Nate Laack, Schüler des Leistungskurses „Sozialkunde“ der 12. Klasse des Evangelischen Gymnasiums, war gleich bereit, einen der freien Stühle einzunehmen und kritisierte als erstes, dass die Jugendlichen in Rheinland-Pfalz mit 16 Jahren an der Europawahl teilnehmen dürfen, aber erst mit 18 Jahren die Politik vor Ort mitbestimmen können. Weitere Kritikpunkte und somit auch Erklärungen für das Desinteresse vieler Jugendlicher an Politik wurden angeführt. Man spreche ihnen die nötige Reife ab, Teilnahme an Demonstrationen würde nicht anerkannt, geschäfts- und bedingt strafmündig sei man, aber nicht wahlberechtigt. Zudem seien politische Statements für die Jugendlichen oft in völlig unverständlicher Sprache abgefasst.

Beide Politiker äußerten Verständnis für die Kritik der Jugendlichen und betonten, dass sich Politik dringend auf die jungen Leute einstellen müsse. Hendrik Hering erklärte, dass dringend junge Menschen in allen politischen Parteien gesucht würden, damit sie dort ihre Sichtweisen und ihre persönlichen Fähigkeiten einbringen könnten. Janick Pape hofft, dass Jugendliche mit Politikern und Politikerinnen vor Ort ins Gespräch kommen und dadurch auf Gesetzgebungsprozesse einwirken könnten. Zudem forderte er die jungen Menschen auf, die Ortsgemeinderäte in ihren Heimatdörfern zu besuchen und dort Politik von der Basis her kennenzulernen.

Ein Jugendlicher wandte sich direkt an den anwesenden Bürgermeister der Verbandsgemeinde, Marvin Kraus, mit der Frage, welche Schwerpunkte in der Kommunalpolitik für die Jugend gesetzt würden. Bürgermeister Kraus lud die Jugendlichen ein, ihn in der Verwaltung zu besuchen, damit anstehende Fragen direkt beantwortet werden könnten. Alternativ könnte er auch die jeweiligen Schulen zu Gesprächen besuchen.

Im Anschluss an die lebhafte Diskussion stellte die Beigeordnete Eva Ehrlich-Lingens in Vertretung für das Team der Initiative Demokratiesommer die Plakat-Ausstellung „Demokratie buchstabieren“ der Heinrich-Böll-Stiftung vor. Die Stichworte und Grafiken zum Thema „Demokratie“ sollten zu weiteren Diskussionen anregen.

In ihren Schlussworten wiesen Frau Dr. Engel sowie die beiden Abgeordneten Janik Pape und Hendrik Hering auf den Paragrafen 1 unseres Grundgesetzes hin. „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Das gelte für alle Menschen. Jeder Mensch ist aufgrund seines Menschseins wertvoll und verdient Schutz und Respekt. Dafür ist unsere Demokratie eine unabdingbare Voraussetzung.  (VG Bad Marienberg)