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„Der barmherzige Samariter“ reitet am Wochenende durch Selters
Westerwaldkreis. Eine zeitlose Geschichte, gekleidet in ein zeitgemäßes Musical: Die Evangelische Christusgemeinde Sayn-Wied Westerwald führt in Kooperation mit der Katholischen Pfarrei Sankt Anna den „Barmherzigen Samariter“ auf. Am kommenden Samstag, 1. August, und am darauffolgenden Sonntag präsentieren Kinder zwischen fünf und zwölf Jahren die biblische Geschichte in Selters: am Samstag um 14 Uhr im Katholischen Pfarrsaal und am Sonntag um 10 Uhr in der Evangelischen Kirche.


17 Teilnehmende und sechs Mitarbeitende stellen das Musical auf die Beine – unterstützt von weiteren Helfenden während der Aufführungen. Die Fäden laufen unterdessen bei Gemeindepädagoge Olaf Neumann und Gabi Eutebach-Karasu zusammen, also bei zwei erfahrenen Kräften, die seit 2012 die Musicalprojekte betreuen. Für Olaf Neumann ist dieses Jahr dennoch eine Premiere: Bisher verantwortete er die Musicals als Mitarbeiter der Verbandsgemeinde; in diesem Jahr ist er als evangelischer Gemeindepädagoge Teil des Projektes. Die Botschaft des Stücks ist ihm deshalb besonders wichtig: „Im Gleichnis des barmherzigen Samariters geht es um Wertschätzung und ums Aufeinander Achten. Das soll nicht nur auf der Bühne deutlich werden, sondern auch während der Probenarbeit“, sagt er.
Stichwort Probe: Knappe fünf Nachmittage hatte die Gruppe Zeit, um das Stück einzustudieren. Keine leichte Aufgabe – schließlich müssen die jungen DarstellerInnen nicht nur sieben Seiten Text auswendig lernen, sondern auch ein gutes Dutzend Songs, die die bekannte Geschichte von Hilfsbereitschaft und Nächstenliebe erzählen. Lea Baumhauer probt im Evangelischen Gemeindehaus Selters mit den Kindern den Moment, als sich der Vater von seinen Töchtern verabschiedet und nach Jericho aufbricht. „Das macht Ihr super! Redet noch ein bisschen langsamer. Keine Angst – ohne Euch geht das Stück nicht weiter“, ermutigt sie ihre Schützlinge. Lea Baumhauer weiß, wovon sie redet: Sie selbst nimmt seit Jahren an verschiedenen Musicalprojekten teil und studiert inzwischen Theaterwissenschaften in Mainz. „Musicals vereinen meine Leidenschaften: Das darstellende Spiel und die Musik“, sagt sie und findet es schön, diese Freude an die Kinder weiterzugeben.
Zum Beispiel an die zehnjährige Anna Lena. Sie blickt der Premiere am Samstag gelassen entgegen: „Ich bin nicht aufgeregt“, sagt sie. „Ich habe meinen Text oft vor dem Schlafengehen gelesen und habe ihn inzwischen im Kopf.“ Auch die neunjährige Anna kann ihren Part und lächelt: „Je öfter wir das Stück hier proben, umso besser klappt’s.“
Ein paar Räume weiter kümmern sich einige Kinder und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen um den Gesang, die Choreografie oder ums Bühnenbild, das in Eigenregie entsteht. Der achtjährige Elias sitzt über einem Bettlaken und malt es mit großen Pinselstrichen schwarzbraun an. „Das wird ein Gewand für ein Pferd“, sagt er stolz und ergänzt flugs, dass er nicht nur hinter den Kulissen tätig ist: „Im Musical mache ich aber auch mit. Ich bin der Chefräuber!“
Eine von mehr als einem Dutzend Rollen in einem Musical, das nicht nur in die Tiefe geht, sondern eine Menge Spaß macht. Nicht nur denjenigen, die auf der Bühne stehen. Sondern hoffentlich auch dem Publikum. Die Zuschauer erwartet an beiden Terminen ein rund 40-minütiges Stück mit Songs, die ins Ohr und Szenen, die zu Herzen gehen. (bon)
Der Eintritt zu den Aufführungen des Musicals sind frei. (Evangl. Dekanat WW) 

Kategorie: Veranstaltungen, Kunst und Kultur
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