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Christusgemeinde widmet sich mit Musik, Vortrag und Ausstellung dem jüdischen Leben
Westerwaldkreis. Gleich mehrere Veranstaltungen widmen sich in Rückeroth dem jüdischen Leben. Mit Ausstellungen, einem Vortrag und einem außergewöhnlichen Konzert nimmt die Evangelische Christusgemeinde Sayn-Wied Westerwald Besucherinnen und Besucher mit auf eine Reise in den Nahen Osten.


Das Herzstück dieses Blickes auf das „Heilige Land“ ist ein Konzert am Freitag, 29. Mai, in der Evangelischen Kirche Rückeroth: Um 17 Uhr präsentieren die Klarinettistin Britta Aigner-Schumann und Dekanatskantor Jens Schawaller am Klavier „Jüdische Klänge und Texte“. Unterstützt werden sie von Prädikantin Jutta Diegel, Pfarrer Stefan Thomanek und der Judaistin Dr. Judith Thomanek. Sie tragen spirituelle jüdische und christliche Texte vor.
Musikalisch widmen sich Britta Aigner-Schumann und Jens Schawaller dem Klezmer – also jener emotionalen jüdischen „Volksmusik“, die mal jubelnd, mal schluchzend klingt und vor Emotionen nur so sprudelt: „Klezmer ist eine sehr freie Musik. Sie lebt von der Interaktion – sowohl zwischen den Musizierenden als auch mit dem Publikum“, sagt Britta Aigner-Schumann, die an der Musikhochschule Köln studiert hat und Klarinettistin im Heeresmusikkorps Koblenz ist. „Es darf also gerne mitgesummt und -gesungen werden.“
Das wird bei bekannten Melodien wie „Hava Nagila“ oder Shalom Chaverim“ nicht schwer fallen. Ergänzt werden diese Stücke von Werken Helmut Eisels oder John Williams‘. Musik, die auch Jens Schawaller schätzt: „Britta ist eine hochvirtuose Klarinettistin mit ganz viel Freude an der Musik. Deshalb freue ich mich auf unser Zusammenspiel und auf diese fröhliche, aber doch tiefe Musik.“
Der Eintritt zu dem musikalischen Abend ist frei, um eine Spende wird gebeten.
Zwei Tage nach dem Konzert, am Sonntag, 31. Mai, spricht der evangelische Theologe und Buchautor Johannes Gerloff in der Evangelischen Kirche Rückeroth über Israel und die Lage im Nahen Osten. Gerloff lebt mit seiner Familie seit 1994 in Israel und widmet sich während seines Vortrags aktuellen und biblischen Themen. Anschließend besteht die Möglichkeit, miteinander ins Gespräch zu kommen.
Schließlich präsentiert die Evangelische Christusgemeinde Sayn-Wied Westerwald eine Ausstellung, die auf das erste Juden-Pogrom im Westerwald des Jahres 1933 blickt. Die Ausstellung „Einblicke in eine Familiengeschichte“ beleuchtet die bewegte und bewegende Geschichte des Mediziners Professor Dr. Dr. Kurt Isselbacher und wird am Dienstag, 19. Mai, um 19.30 Uhr im Evangelischen Gemeindehaus Rückeroth (In der Holl 3) eröffnet. Pfarrer Christof Haxel-Schamuhn führt in die Ausstellung ein; auch hier besteht die Möglichkeit zu einem anschließenden Gespräch. Die Ausstellung ist jeden Tag von 15 bis 19 Uhr geöffnet – außer sonntags – und endet am 28. Mai. (bon) (Evang. Dekanat WW) 

Kategorie: Veranstaltungen, Kunst und Kultur
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