Umweltausschuss, AG Wald und Mitglieder des Montabaurer Stadtrates haben sich bei einem Waldbegang vor Ort über die Folgen des Tornados und die Entwicklung der Kalamitätsflächen informiert.
Welche Schäden hat der Tornado im Stadtwald angerichtet? Und welche Rolle spielen abgestorbene Bäume und Totholz für die natürliche Regeneration des Waldes? Diesen Fragen gingen Teilnehmen bei einem gemeinsamen Waldbegang mit Revierförster Steffen Koch und Stadtbürgermeisterin Melanie Leicher nach. Vor Ort konnten sie sich ein unmittelbares Bild von den Verwüstungen machen, die der Tornado im August im Stadtwald hinterlassen hat. Gleichzeitig zeigte Steffen Koch anhand verschiedener Kalamitätsflächen, wie unterschiedlich sich die betroffenen Waldbereiche entwickeln und welche Prozesse dabei in Gang gesetzt werden.
Besonders deutlich wurde dabei, dass ein vermeintlich „aufgeräumter“ Wald nicht zwangsläufig der schnellere Weg zu einem neuen, stabilen Waldbestand ist. Vielmehr können abgestorbene Bäume und liegendes Totholz wichtige Funktionen für die natürliche Waldentwicklung übernehmen. Sie bieten Lebensraum für zahlreiche Insekten und andere Organismen, speichern Feuchtigkeit und Nährstoffe und schaffen gemeinsam mit der natürlichen Verjüngung wichtige Voraussetzungen dafür, dass sich der Wald aus eigener Kraft regenerieren kann.
Der Waldbegang machte zudem deutlich, dass die Folgen des Tornados den Stadtwald noch über viele Jahre beschäftigen werden. Die Wiederbewaldung der entstandenen Kalamitätsflächen ist kein kurzfristiger Prozess. Vielmehr geht es darum, die natürliche Entwicklung aufmerksam zu begleiten und dort steuernd einzugreifen, wo dies aus forstwirtschaftlicher oder ökologischer Sicht sinnvoll und notwendig ist.
Revierförster Steffen Koch erläuterte anschaulich, welche Baumarten sich bereits natürlich verjüngen, wie sich die einzelnen Flächen entwickeln und welche Chancen sich aus der entstandenen Situation für einen klimastabileren Wald ergeben.
Für die Mitglieder des Umweltausschusses, der AG Wald und des Stadtrates war der Waldbegang damit nicht nur eine Bestandsaufnahme der Schäden, sondern vor allem eine wertvolle Gelegenheit, die langfristigen Prozesse der Waldentwicklung unmittelbar vor Ort zu erleben. „Der Wald zeigt uns hier sehr eindrucksvoll, dass Natur ihre eigenen Wege findet. Unsere Aufgabe ist es, diese Entwicklung fachlich zu begleiten und dem Wald dort Raum zu geben, wo er sich selbst am besten regenerieren kann“, fassen Steffen Koch und Melanie Leicher den Waldbegang zusammen. (VG Montabaur)