Drucken

Vom Betriebsfunk zur digitalen Netzsteuerung: Die Entwicklung des evm-Standorts spiegelt den Wandel der Energieversorgung im Westerwald wider

WESTERWALD. Vor 25 Jahren gab es rund um den heutigen Standort der evm-Gruppe in Hahn am See vor allem eines: Felder. Heute spielt er eine wichtige Rolle für die Strom- und Gasversorgung im Westerwald. Vom Wachhund auf dem Betriebsgelände bis zur digitalen Netzsteuerung per Tablet: Die Entwicklung der Betriebsstätte der Unternehmensgruppe Energieversorgung Mittelrhein (evm-Gruppe) zeigt, wie sich die Energieversorgung in den vergangenen zweieinhalb Jahrzehnten verändert hat.



Seit dem Einzug im Jahr 2001 werden von hier aus wichtige Aufgaben für die Energieversorgung der Region gesteuert. Hahn am See zählt zu den bedeutenden Standorten der Energienetze Mittelrhein im östlichen Versorgungsgebiet. Von hier aus koordinieren die Netzexperten Arbeiten am Stromnetz, beheben Störungen und setzen Maßnahmen zur Energiewende um. Als zentraler Anlaufpunkt für den gesamten Westerwald betreut der Standort 192 Kommunen. Gleichzeitig spielt Hahn am See auch für die Gasversorgung in der Region eine zentrale Rolle. Neben den Kolleginnen und Kollegen aus dem Stromnetz sind hier Fachkräfte tätig, die die Gasnetze betreuen und deren sicheren Betrieb gewährleisten.

Kurze Wege
Die regionale Präsenz ermöglicht kurze Wege zu den Einsatzorten und schnelle Reaktionszeiten – ein wichtiger Beitrag zur Versorgungssicherheit von Haushalten, Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen. „Der Standort Hahn am See hat sich in den vergangenen 25 Jahren kontinuierlich weiterentwickelt. Themen wie Energiewende, Digitalisierung und steigende Anforderungen an die Versorgungssicherheit haben unsere Arbeit nachhaltig geprägt. Gleichzeitig bieten sie uns die Chance, die Energieversorgung der Region zukunftsfähig zu gestalten“, erklärt Uwe Kaltbeitzer, Fachbereichsleiter Bau und Betrieb Ost sowie Standortverantwortlicher in Hahn am See.

Technischer Fortschritt und Zusammenhalt prägen den Standort
Wie stark sich die Arbeitswelt verändert hat, können zwei Mitarbeiter besonders gut beurteilen. Stefan Sartor und Volker Gerharz sind „Männer der ersten Stunde“. Sie arbeiten seit 25 Jahren in Hahn am See. Heute sind beide Baubeauftragte im Asset-Service und wissen: In den ersten Jahren war vieles noch deutlich improvisierter. Das Gelände wurde damals von Wachhunden gesichert, und wer außerhalb der regulären Arbeitszeiten Material benötigte, musste zunächst den Hundeführer kontaktieren. „Allein aufs Gelände ging da gar nicht“, erinnert sich Volker Gerharz.
Auch die technische Entwicklung hat den Arbeitsalltag grundlegend verändert. Während früher über Betriebsfunk kommuniziert wurde und sich zwei Kollegen ein Mobiltelefon teilten, gehören heute Smartphones, Tablets und digitale Dokumentationen völlig selbstverständlich dazu. Moderne Systeme ermöglichen eine schnellere Kommunikation und unterstützen die Mitarbeitenden bei der Lokalisierung von Fehlern sowie der Bearbeitung von Störungen.
Trotz dieser Veränderungen ist die Aufgabe dieselbe geblieben: die sichere Versorgung der Region mit Strom und Gas. Dass dies gelingt, zeigen auch die aktuellen Kennzahlen der Bundesnetzagentur. Während Kundinnen und Kunden bundesweit durchschnittlich 11,7 Minuten von ungeplanten Stromunterbrechungen betroffen waren, lag dieser Wert im Netzgebiet der Energienetze Mittelrhein bei 6,2 Minuten.
Verändert hat sich im Laufe der Jahre auch die Zusammensetzung der Belegschaft. Mit der Fusion von KEVAG, EVM und Gasversorgung Westerwald im Jahr 2014 kamen neue Aufgabenbereiche sowie Kolleginnen und Kollegen nach Hahn am See. „Die Integration hat gut funktioniert. Man kennt sich, man arbeitet zusammen. Das ist hier oben wichtig“, erklärt Stefan Sartor. Bis heute prägen kurze Abstimmungswege und eine enge Zusammenarbeit den Standort.

Gut gerüstet für die Zukunft
Auch künftig wird Hahn am See eine zentrale Rolle bei der Gestaltung der Energiewende spielen. Der Ausbau erneuerbarer Energien, intelligente Stromnetze sowie die steigende Nachfrage nach einer sicheren und nachhaltigen Energieversorgung erfordern kontinuierliche Investitionen in Infrastruktur, moderne Technologien und qualifizierte Fachkräfte.
Für Stefan Sartor und Volker Gerharz ist die Entwicklung des Standorts noch nicht abgeschlossen. Ihr Wunsch ist es, dass sich auch künftig junge Menschen für die vielfältigen Aufgaben in der Energiebranche begeistern und den Standort mitgestalten. Nach 25 Jahren steht Hahn am See damit gleichermaßen für Kontinuität und Wandel: vom ersten Gebäude auf freiem Feld zum festen Bestandteil der regionalen Strom- und Gasversorgung. Vor allem aber steht der Standort für die Menschen, die ihn über Jahrzehnte geprägt haben und Tag für Tag dazu beitragen, die Energieversorgung in der Region zuverlässig sicherzustellen. (evm) 

Kategorie: Bunte Meldungen
Zugriffe: 58