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Wahrzeichen des Ortes hat marodes Dach und muss dringend saniert werden – Gemeinde muss 50.000 Euro tragen
Westerwaldkreis. Die Erlöserkirche ist aus dem Neuhäuseler Ortsbild nicht mehr wegzudenken. Sogar das Gemeindewappen ziert das 1879 erbaute Gotteshaus. Doch die Kirche ist angeschlagen: Das Dach ist marode – so marode, dass im Winter sogar Schnee im Dachboden lag. Nun wird das Wahrzeichen saniert und die Kirchengemeinde hofft auf Unterstützung für das Neuhäuseler Wahrzeichen.
Eigentlich hatte die Gemeinde gehofft, dass der Kelch einer solchen Maßnahme nochmal vorüberzieht – zumindest noch eine Weile: „Bei der Sanierung des Turmes im Jahr 2020 hat uns die Baufirma vorgewarnt, dass in rund zehn Jahren das Dach fällig ist“, erinnert sich Heinrich Francke, der im Bauausschuss der Kirchengemeinde tätig ist.

Doch die Schäden waren schlimmer als befürchtet: „Es gab Löcher in der Dacheinschalung, viele Bretter sind morsch und Feuchtigkeit gelang ins Innere – glücklicherweise noch nicht bis ins Kirchenschiff.“
Wohlgemerkt: noch nicht. Die Kirchengemeinde entschied sich, das Problem anzupacken statt vor sich herzuschieben und beauftragte ein Architekturbüro aus Altenkirchen mit einem Gutachten, das Anfang 2025 vorlag. Die Arbeiten sollen diesen September beginnen und rund zwei Monate dauern, sagt Pia Morbach, Mitglied des Finanzausschusses der Kirchengemeinde: „Nun wird unter anderem die Verschalung erneuert, alle Dachbalken werden überprüft, das Dach neu mit Schiefer eingedeckt und die Dachentwässerung sowie der Blitzschutz erneuert.“
Die Kosten liegen bei rund 238.000 Euro. Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau trägt davon rund 80 Prozent, also etwa 190.000 Euro. Den Rest – knapp 50.000 Euro – muss die Kirchengemeinde stemmen. „Das ist eine beträchtliche Investition“, sagt Heinrich Franke. Er und Pia Morbach hoffen daher auf Spenden für das Projekt: „Die Neuhäuseler Kirche hat eine lange Geschichte und ist vielen Menschen der Region ans Herz gewachsen“, sagt Pia Morbach. „Bis in die frühen 1970er-Jahre war sie katholisch und hat somit Menschen beider Konfessionen durchs Leben begleitet. Viele erinnern sich an besondere Momente, die sie in der Kirche erlebt haben. Und dank ihrer Lage mitten im Ort sie ist wohl das prägende Bauwerk unserer Gemeinde.“
Für Pia Morbach und Heinrich Francke ist sie vor allem ein Herzensort: „Ich habe viele Pfarrerinnen und Pfarrer erlebt“, sagt Heinrich Francke. „Mit einigen hatte ich ein enges, freundschaftliches Verhältnis. Für mich ist die Erlöserkirche ein Symbol dieses guten Miteinanders. Ich würde sie gerne ein Bisschen besser übergeben, als ich sie übernommen habe.“
Und Pia Morbach ist das Gotteshaus ebenfalls ans Herz gewachsen: „Hier sind meine Kinder konfirmiert worden, hier besuche ich Gottesdienste und Veranstaltungen und treffe andere Menschen, die in der Augst wohnen. Das schafft Verbindungen. Ich hoffe, dass sich andere Menschen genauso mit der Erlöserkirche verbunden fühlen und die Sanierung des Gotteshauses unterstützen.“ (bon) (Evangl. Dekanat WW) 

Kategorie: Bunte Meldungen
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