Montabaur. Vor sieben Monaten hat der Verein Wäller Helfen e. V. die Verantwortung für das Sozialkaufhaus in Montabaur übernommen. Heute ziehen die Verantwortlichen eine durchweg positive Bilanz. Aus dem ehemaligen Kaufhaus Fries ist in kurzer Zeit weit mehr als ein Sozialkaufhaus entstanden: Es ist ein Ort der Begegnung, der Nachhaltigkeit und der gelebten Solidarität geworden.
Mit viel Engagement, unzähligen ehrenamtlichen Arbeitsstunden und einer klaren Vision wurde das Kaufhaus in den vergangenen Monaten umfassend weiterentwickelt. Ein hauptamtlicher Mitarbeiter, ein Teilzeitmitarbeiter sowie ein Team von inzwischen mehr als 15 Ehrenamtlichen sorgen täglich dafür, dass Menschen in schwierigen Lebenssituationen ein ansprechendes Einkaufserlebnis und gleichzeitig ein Stück Wertschätzung erfahren.
„Die vergangenen sieben Monate waren geprägt von einer enormen Dynamik, aber auch von vielen emotionalen Momenten. Zu sehen, mit welcher Begeisterung unser Team dieses Projekt lebt und wie positiv unsere Kundinnen und Kunden die Veränderungen annehmen, bestätigt uns jeden Tag darin, den richtigen Weg eingeschlagen zu haben“, erklärt Geschäftsführer Björn Flick.
Besonders sichtbar wird die Entwicklung beim Blick durch das Gebäude. Nachdem zunächst das Erdgeschoss modernisiert und neu strukturiert wurde, steht mittlerweile auch das gesamte Obergeschoss des ehemaligen Kaufhauses Fries wieder als Verkaufsfläche zur Verfügung. Dadurch konnte das Angebot erheblich erweitert werden.
Neben einer neu gestalteten Sportabteilung entstanden eine großzügige Kinderabteilung mit Bekleidung und Spielwaren sowie eine moderne Schuhabteilung. Die Verkaufsräume wurden übersichtlich gestaltet und laden zum entspannten Einkauf ein.
Das Sozialkaufhaus richtet sich bewusst an Menschen, die Sozialleistungen beziehen und dadurch nur begrenzte finanzielle Möglichkeiten haben. Ihnen soll die Möglichkeit gegeben werden, hochwertige Kleidung, Möbel, Haushaltswaren, Spielwaren und viele weitere Dinge des täglichen Lebens zu besonders günstigen Preisen zu erwerben. Dabei geht es nicht nur um die finanzielle Entlastung, sondern ebenso darum, den Menschen mit Respekt, Wertschätzung und auf Augenhöhe zu begegnen.
Ein wesentlicher Baustein des Erfolges sind die zahlreichen Sachspenden aus der Region. Tag für Tag zeigen die Menschen im Westerwald, dass der Name Wäller Helfen nicht nur für den Verein steht, sondern eine Haltung beschreibt. Die Verantwortlichen sind beeindruckt von der Qualität und dem Zustand der gespendeten Waren.
„Unsere Heimat zeigt jeden Tag aufs Neue, was Zusammenhalt bedeutet. Die Menschen spenden nicht das, was sie nicht mehr brauchen, sondern häufig Dinge, die sich in einem hervorragenden Zustand befinden. Diese Großzügigkeit ist alles andere als selbstverständlich und erfüllt uns mit großer Dankbarkeit“, so Björn Flick.
Die hochwertigen Spenden ermöglichen es, Menschen mit geringem Einkommen ein attraktives Angebot zu machen. Gleichzeitig leisten sie einen wichtigen Beitrag zum Umwelt- und Ressourcenschutz. Gut erhaltene Kleidung, Möbel oder Haushaltsgegenstände landen nicht im Müll, sondern erhalten eine sinnvolle zweite Nutzung. Nachhaltigkeit und soziales Engagement gehen im Sozialkaufhaus Hand in Hand.
Besonders berührend sind für das Team die Begegnungen mit den Kundinnen und Kunden.
„Die Dankbarkeit und Freundlichkeit, die wir jeden Tag erleben dürfen, sind für unsere Ehrenamtlichen die größte Motivation. Man spürt, dass unser Sozialkaufhaus für viele Menschen weit mehr bedeutet als nur eine günstige Einkaufsmöglichkeit. Es ist ein Ort, an dem man willkommen ist und mit Respekt behandelt wird“, so Kaufhaus Leiter René Schneider. Die Dankbarkeit unserer Kunden, Sowie die emotionalen Momente, die wir während unserer Arbeit erleben dürfen, motiviert uns weit über das Zoll hinaus, so Mitarbeiterin Emine Alalkant.
Der Erfolg des Projektes basiert vor allem auf dem außergewöhnlichen Engagement der Ehrenamtlichen. Mehr als 15 Freiwillige investieren Woche für Woche ihre Zeit, sortieren Spenden, räumen Regale ein, beraten Kundinnen und Kunden und sorgen dafür, dass das Sozialkaufhaus an sechs Tagen in der Woche zuverlässig betrieben werden kann.
Auch für die kommenden Monate haben sich die Verantwortlichen weitere Ziele gesetzt. Derzeit laufen die Arbeiten zur vollständigen Barrierefreiheit des Gebäudes. Damit soll die letzte größere Hürde beseitigt werden, sodass künftig auch Menschen mit körperlichen Einschränkungen das Sozialkaufhaus ohne Hindernisse besuchen können.
„Barrierefreiheit bedeutet für uns gelebte Teilhabe. Jeder Mensch soll die Möglichkeit haben, unser Sozialkaufhaus selbstständig zu besuchen. Wir hoffen deshalb, diese letzte große Maßnahme bis zum Jahresende abschließen zu können“, erklärt Flick.
Zum Abschluss richtet der Verein seinen Dank an alle, die dieses Projekt mittragen.
„Unser herzliches Dankeschön gilt unseren Kundinnen und Kunden für ihr Vertrauen, unserem großartigen ehrenamtlichen Team für den unermüdlichen Einsatz, unseren Unterstützerinnen und Unterstützern sowie vor allem den vielen großzügigen Spenderinnen und Spendern aus der Region. Sie alle machen dieses Projekt erst möglich und beweisen jeden Tag, dass Zusammenhalt im Westerwald gelebt wird.“
Sieben Monate nach der Übernahme ist das Sozialkaufhaus zu einem wichtigen sozialen Baustein der Region geworden. Es verbindet Hilfe für Menschen mit geringem Einkommen, nachhaltigen Umgang mit wertvollen Ressourcen und ein außergewöhnliches ehrenamtliches Engagement – ganz im Sinne des Vereinsmottos: Aus der Region. Für die Region. (Wäller helfen)