Landrat zu Besuch bei der Fa. Heidrich in Daaden
Kreis Altenkirchen/Daaden. Wenn ein Handwerksbetrieb 120 Jahre lang allen Stürmen der Zeit getrotzt hat und immer noch kerngesund dasteht, haben die Verantwortlichen viel dafür getan, dass der symbolische Spruch vom „goldenen Boden“ gar nicht so weit hergeholt ist. Dabei geht es in diesem Fall nicht um ein Edelmetall, sondern um den typischsten aller Rohstoffe des Westerwalds: Mit Holz ist das Möbelhaus und die Tischlerei Heidrich in Daaden zu dem geworden, was es heute ist – ein Aushängeschild des regionalen Handwerks, wo bei aller Traditionspflege stets rechtzeitig an den richtigen Stellschrauben in Richtung Zukunftsfähigkeit gedreht wird.
120 Jahre Fa. Heidrich waren jetzt auch für Landrat Dr. Peter Enders der perfekte Anlass, dem Familienbetrieb einen Besuch abzustatten: „Eine solche Jahreszahl ist schon etwas Besonderes.“ Mit dabei Wirtschaftsförderer Lars Kober, der 1. Beigeordnete der Verbandsgemeinde Daaden-Herdorf, Dirk Eickhoff, und Stadtbürgermeister Walter Strunk. Empfangen wurden sie von Senior-Chef Friedrich Heidrich, Inhaber des diamantenen Meisterbriefs, und seinen Söhnen Martin und Andreas, die in vierter Generation als Geschäftsführer Verantwortung tragen.
Schnell wurde deutlich: Mit der 1906 von Gustav Heidrich gegründeten Schreinerei ist das heutige Unternehmen nur noch schwer zu vergleichen. Verschiedene Standbeine sorgen dafür, dass der Betrieb nicht mehr von reinen Holzarbeiten abhängig ist. Eine der wichtigsten Weichenstellungen war sicherlich die Produktion von Kunststoff-Fenstern und Türen, die Friedrich Heidrich – zunächst gegen den Widerstand des Vaters – in Daaden etablierte. Nach wie vor erfolgen hier die Fertigung und der komplette Service von der Beratung bis zur Montage aus einer Hand.
Aber auch das Möbelgeschäft bleibt fester Bestandteil im Portfolio der Heidrichs. Hier war Landrat Enders höchst angetan von den innovativen Schlafsystemen in der Ausstellung. Beispielhaft zeigte sich hier, wie individuell der Betrieb auf Kundenwünsche eingehen kann. Im Nachbarhaus besichtigte die Gruppe anschließend das ebenso würdevolle wie hochmoderne Bestattungshaus. In großzügigen Räumlichkeiten steht die Familie Heidrich den Hinterbliebenen beratend und begleitend zur Seite. „Vom Bestattungs-Vorsorgevertrag zu Lebzeiten über die Organisation der Trauerfeier bis hin zur Erledigung aller Formalitäten sind wir im Trauerfall der kompetente Ansprechpartner“, so Andreas Heidrich.
Bleibt der einzige Wermutstropfen: In der Schreinerei ist es derzeit sehr ruhig – es fehlt an qualifiziertem Personal. „Im Moment will keiner mehr ausgebildet werden“, berichtete Friedrich Heidrich, und gab damit das Stichwort für Landrat Enders, der sich seit vielen Jahren um Einwanderung in Arbeit kümmert. Einmal mehr warb er dafür, hochmotivierten jungen Menschen aus Ruanda im Westerwald eine Chance zu geben: „Es gibt inzwischen einige Beispiele, wo das hervorragend funktioniert hat.“
Enders bedankte sich bei der Familie Heidrich für die zahlreichen Einblicke in den Betrieb inmitten der „Handwerker-Hochburg“ Daaden: „Eine solche Fokussierung auf die Kunden ist vorbildlich. Von daher bin ich sehr optimistisch, dass auch künftige Generationen den Spagat zwischen Tradition und Zukunft meistern und die Fa. Heidrich ihre erfolgreiche Geschichte noch lange fortschreiben wird.“ (Kreis Altenkirchen)