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WILDPARK IM BUCHFINKENLAND SOLL KEIN FANTASIALAND WERDEN
Westerwald-Verein zeigt Solidarität mit dem bedrohten Familienferiendorf

Gackenbach/Buchfinkenland. „Der Wildpark Westerwald im Buchfinkenland wird sicher nicht zu einem Fantasialand mit immer neuen Shows, aber wir werden ihn zu einem naturnahen Wildpark mit besonderen Erlebnissen entwickeln“! Das stellte Henrieke Böß als Geschäftsführerin am Ende einer Führung durch den landschaftlich reizvollen Park ganz im Süden des Westerwaldes fest. Eingeladen hatte dazu der Westerwald-Verein Buchfinkenland.

Vereinsvorsitzender Manfred Henkes konnte dazu viele Vereinsmitgleider mit Angehörigen begrüßen, die alle neugierig waren, was sich seit der Wiedereröffnung vor 7 Monaten getan hat. „Hätte nie gedacht, dass ihr hier schon so viel erreicht und umgesetzt habt“, meinte eine Teilnehmerin anerkennend. Als Beispiel nannte sie die neue modellhafte WC-Anlage an der Talstation und die stattliche aus 34 Tieren bestehende Rotwildpopulation. „Von den Hirschen braucht jeder am Tag 20 kg Futter“, so die Parkleiterin.

Diese versammelte auf der großen Parkrunde immer wieder alle Teilnehmenden zu kurzen Informationen: etwa dazu, das Reh- und Damwild nicht näher miteinander verwandt sind und keine Tiere gekauft, sondern mit anderen zoologischen Einrichtungen in einem Ring getauscht werden. Besonders die Kinder der Gruppe wollten natürlich wissen, wie es der Seniorin des Parks, der betagten Braunbärin Sally, geht. Erfreut durften sie zur Kenntnis nehmen, dass sie die notwendige OP gut vertragen hat und sie sich wieder normal bewegt und frisst – letzteres nur zu ¼ tierisch. Zugesagt wurde fest, dass es auch künftig Bären im Park geben wird, immer hin ziert ja einer dessen Logo.

Als nächstes Großprojekt wird eine neue Rodelbahn gebaut. „Mit der schienengeführten Bahn können die Kids dann künftig eine Runde drehen und die Eltern in der Zeit oben Kaffee trinken“, so Henrieke Böß. Leider habe sich das Genehmigungsverfahren verzögert, weshalb die Eröffnung sehr wahrscheinlich erst 2027 erfolgen könne. Am tiefsten Punkt des Parks wurde bereits eine neue Spielfläche ausgebaggert, die bald fertiggestellt werden soll. Im benachbarten Teich soll zudem bald eine Fischotteranlage entstehen. Auch Nerz, Luchs und Wildschwein werden bald einziehen.

Fasziniert waren alle „Buchfinken“ von den mächtigen Wisenten, dem europäischen Bison, der vor 100 Jahren bis auf 12 Exemplare fast ausgestorben war. „Heute haben wir allein hier 5 Tiere und unsere kleine Herde wird mit Zu- und Abgängen aufgefrischt“, so Böß. Bald komme ein neuer Zuchtbulle hinzu.

Thema war auch eine mögliche Überpopulation einzelner Tierarten, für die ein Auswildern keine Lösung sei, erklärte die Expertin. Da muss die Leitung zwischen Tier- und Artenschutz abwägen, da ein Großteil eine Auswilderung nicht überleben würde. Unüberhörbar waren die überlauten Pommerngänse, die durch lautes Geschrei alle Artgenossen verständigen, wenn sich Nahrung nähert – egal ob durch die Parkbesucher oder die Tierpfleger.

Letztere weckten dann auch noch die Neugierde der Gäste: sie wollten mehr zum Personal in dem weitläufigen Wildpark erfahren. „‘Wir sind im Team insgesamt 11 Leute, darunter ausgebildete Zootierpfleger/innen“, so die Chefin. Auch ein Tierwirt und ein Schlosser könnten wichtige Erfahrungen einbringen. Es besteht die Absicht, künftig selbst auszubilden und ab August könnte ein FÖJ´ler das Team verstärken.

Schnell wurde allen klar, dass die hohen monatlichen Betriebskosten realistisch sind. Für den Förderverein des Wildparks stellte Uli Schmidt fest, dass dieser ebenso wie die neue Betreibergesellschaft ausschließlich gemeinnützig arbeiten: „Hier geben alle nur was rein und niemand von den Gesellschaftern und dem Vorstand kann auch nur einen einzigen Euro mit nach Hause nehmen“, so das Vorstandsmitglied.

Bedauert wurde von allen Teilnehmenden, dass es dem Familienferiendorf in Hübingen leider nicht so gut geht: dieses steht kurz vor der endgültigen Schließung. „Das dürfen wir nicht zulassen und erklären uns mit der Einrichtung solidarisch“, so alle Teilnehmenden übereinstimmend. Klar, dass sie sich dann mit einem Solidaritätsbanner während der Führung durch den Park fotografieren liesen. (Uli Schmidt) 

Kategorie: Bunte Meldungen
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