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Auch zwei Evangelische Kitas machen mit – Gesunde Ernährung mit System
Westerwaldkreis. Gute Ernährung für Kinder – aber mit System. Das ist die Mission der „Nährstoffhelden“. Ihr Programm will die Verpflegung an Kitas verbessern und verspricht, fachlich fundiert, alltagstauglich und gut umsetzbar zu sein. Wie das in der Praxis funktionieren soll, haben die Gründer der gemeinnützigen GmbH nun im Wirgeser Bürgerhaus erklärt.


Neun Kindertagesstätten nehmen bislang in der Verbandsgemeinde Wirges am „hybriden Verpflegungsmanagement“ teil, darunter auch die beiden evangelischen Kitas aus Mogendorf und Wirges. Herzstück des Verpflegungsmanagements ist eine digitale Plattform, die unter anderem Speisepläne inklusive Rezepte und Einkaufslisten sowie Ernährungsbildung miteinander verbindet. Ergänzt wird es von Aktionen vor Ort: Die „Nährstoffhelden“ besuchen die Kitas quartalsweise und planen mit den Teams saisonale Projekte – etwa das Herstellen von Marmelade aus lokalem Streuobst oder Kräutersalz aus Kräutern, die im Kita-Garten wachsen. „Unser Ziel ist es, Kinder zu fördern, Kindertagesstätten zu entlasten und Eltern zu informieren“, bringen es die Nährstoffhelden-GründerInnen Marvin und Anna Zimmer in Wirges auf den Punkt. „Das erreichen wir unter anderem mit spielerischer Ernährungslehre und strukturierten, digitalen Speiseplänen, die an den Standards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung orientiert sind.“
Das Programm ist förderfähig: Die Kitas können sich 90 Prozent der Gesamtkosten von der Technikerkrankenkasse zurückerstatten lassen und tragen einen Eigenanteil von lediglich zehn Prozent. Für die neun Pilot-Kindertagesstätten, die im Mai starten, entfallen auch diese zehn Prozent. Jörn Simon, Vertreter der Techniker Krankenkasse Rheinland-Pfalz, ist von dem Projekt überzeugt: „Die Zahl übergewichtiger Kinder nimmt zu – mit Folgekosten fürs Gesundheitssystem in Milliardenhöhe“, sagt er in Wirges. „Das Vermeiden schlechter Ernährung wird also immer wichtiger. In den Kitas werden die Grundsteine dafür gelegt. Deshalb ist das hybride Verpflegungsmanagement ein toller Weg, schon früh ein Bewusstsein für gesundes Essen zu schaffen.“
Auch Alexandra Marzi, Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Wirges, ist inzwischen von den „Nährstoffhelden“ überzeugt: „Anfangs hatte ich ein paar Fragezeichen auf der Stirn. Aber ich habe gespürt, wie sehr Anna und Marvin Zimmer für diese mutige Sache brennen“, sagt sie und freut sich auf die Zusammenarbeit.
Sabrina Wittwer hofft ebenfalls, dass die Ideen des Projekts den Kita-Alltag bereichern: „Die Kombination aus Organisatorischem und Ernährungsbildung ist spannend“, findet die Geschäftsführerin der Gemeindeübergreifenden Trägerschaft der Evangelischen Kitas. „Es kann Küchenkräfte entlasten, nimmt den Druck aus der Essensplanung und -dokumentation. Und die Praxis-Projekte vermitteln den Kindern, was gute, gesunde Ernährung ist – und zwar ohne erhobenen Zeigefinger, sondern spielerisch.“ (bon) (Evang. Dekanat WW) 

Kategorie: Bunte Meldungen
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