Drucken

Altenkirchen. Neues ärztliches Personal, eine funktionierende IT-Struktur, Vor-Ort-Unterstützung in der Verwaltungsarbeit und eine transparente Kommunikation mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern: Mit einem ganzen Bündel an Maßnahmen will die Diakonie in Südwestfalen als Trägerin die Kinder- und Jugendpsychiatrie (KJP) in Altenkirchen auf ein solides Fundament stellen.
„Wir sehen damit den Sicherstellungsauftrag auch künftig ohne jedwede Einschränkungen erfüllt. Mit diesem schlüssigen Konzept werden die Grundlagen dafür geschaffen, dass die Versorgung von Kindern und Jugendlichen sowie deren Familien in den Landkreisen Altenkirchen und im Westerwaldkreis in vollem Umfang aufrechterhalten bleibt“, heißt es in einer gemeinsamen Stellungnahme der Landräte Dr. Peter Enders und Achim Schwickert


Die KJP, mit zwei vollstationären Stationen, einer Akutstation sowie einer Tagesklinik eine unverzichtbare Einrichtung im nördlichen Westerwald, war zuletzt in die Schlagzeilen geraten, nachdem durchgesickert war, dass leitende Ärzte ihre Kündigung eingereicht hatten. Bereits unmittelbar nach dem Jahreswechsel und somit deutlich vor öffentlich formulierten Forderungen aus der Politik hatten die beiden Landkreise gemeinsam mit der Diakonie und dem rheinland-pfälzischen Gesundheitsministerium Gespräche aufgenommen. Alle Beteiligten einte das Bestreben, im Sinne der jungen Patientinnen und Patienten zeitnah eine tragfähige Lösung zu finden. „Diese Gespräche sind von Anfang an mit großer Offenheit und Klarheit geführt worden – auch unter Einbeziehung des Chefarztes“, betont Landrat Enders.
Ein Knackpunkt für einen reibungslosen Betrieb der KJP war in den vergangenen Monaten die Umstellung auf neue IT-Strukturen nach dem Trägerwechsel. So musste zum Beispiel aufgrund einer fehlenden Datenleitung Anfang Januar die Institutsambulanz von Hachenburg nach Altenkirchen verlegt werden. „Wir haben es letztlich an allen ehemaligen DRK-Standorten feststellen müssen: Die Schwierigkeiten nach der Insolvenz waren für die neuen Träger viel größer als erwartet, davon war auch die KJP betroffen“, erläutert Landrat Schwickert.
Folgende Maßnahmen sind nun seitens der Diakonie konkret in Altenkirchen geplant:
• Einstellung von drei neuen Ärztinnen und Ärzten (darunter eine Fachärztin und eine Medizinerin, deren Prüfung zur Fachärztin unmittelbar bevorsteht)
• Die Wiedereröffnung der Ambulanz in Hachenburg zum 1. März
• Der Zugriff im IT-Bereich auf iMedOne für alle Beschäftigten ab Anfang März
• Verstärkte Präsenz der Verwaltungsleitung des Krankenhauses Kirchen in Altenkirchen
Über diese Schritte wurden die Beschäftigten der KJP von der Geschäftsleitung der Diakonie im Beisein der beiden Landräte in einer Mitarbeiterversammlung am Montag dieser Woche informiert. Für Enders und Schwickert geht damit das Signal – und auch die Erwartungshaltung - einher, dass der Träger den aufgenommenen Dialog weiter fortsetzt. „Unser Eindruck war der, dass die KJP von einem hochmotivierten und engagierten Team getragen wird“, berichtet Enders.
„Selbstverständlich können wir im Rückblick die entstandene Unruhe unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nachvollziehen. Ebenso sehen wir aber jetzt den Aufbau verlässlicher Strukturen und ein mehr als deutliches Bekenntnis zum Erhalt des Standorts. Wir würden uns daher wünschen, dass diese Chance genutzt wird und wieder diejenigen in den Fokus rücken, auf die es tatsächlich ankommt: die psychisch erkrankten Kinder und Jugendlichen mitsamt deren Eltern“, betonen Enders und Schwickert abschließend.

 

 

 

 

 

Kategorie: Bunte Meldungen
Zugriffe: 45