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20160927 Fachmarktzentrum 01„Fein oder nicht fein, dass ist hier die Frage“
Das geplante „Fachmarktzentrum Rastal“ am Autobahnzubringer in Höhr-Grenzhausen bleibt weiterhin Stein des Anstoßes bei Bürgern und Gewerbetreibenden. Eines ist festzustellen: Aufklärung tat bislang Not und wurde offenbar nur unzureichend umgesetzt. Die bisherige Außenkommunikation der Investoren, Planer und Stadt, insbesondere hinsichtlich der Händler/Mieter im geplanten Fachmarktzentrum, ließ viele Fragen offen. Der Gewerbeverein Pro Höhr-Grenzhausen hatte die Gewerbetreibenden der Stadt am Donnerstagabend ins Hotel Silicium zu einer Informationsveranstaltung eingeladen.

Lutz Lakomski von der Gesellschaft für Immobilien/Projektentwicklung und Unternehmensberatung aus Dernbach stellte das Projekt noch einmal im Detail vor und stand den Anwesenden Rede und Antwort.

20161118 Fachmarkt 03„Schöne neue Welt“
Zum Auftakt bewarb Lakomski sein Projekt Fachmarktzentrum mit einem Vergleich: Warum sind Einkaufszentren bei Kunden sehr beliebt? Weil sie ihr Fahrzeug direkt vor Ort im Trockenen abstellen, einkaufen gehen und später trockenen Fußes wieder das Auto beladen können. Eine Center-Lösung wird es in Höhr-Grenzhausen aber nicht geben. Eine solche Umsetzung sei zu teuer.

Es ergaben sich viele Fragen und eine streckenweise hitzige Diskussion. Die ortsansässigen Gewerbetreibenden sind sich nicht sicher, dass durch das Fachmarktzentrum eine tatsächliche Belebung der immer weiter aussterbenden Höhrer Innenstadt erfolgen wird. Lutz Lakomski stellt darauf hin nicht nur Kundenzustrom in Aussicht sondern verspricht ihn - fast garantierend. Informationstafeln könnten am Fachmarktzentrum und Autobahnzubringer „sachdienliche Hinweise“ auf das Gewerbe im Ort geben, so ein möglicher Lösungsansatz.

„Ansiedlung ortsansässiger Unternehmen: Jein!“
Einige Unternehmer im Ort haben überlegt, sich am Rastal-Gelände anzusiedeln um vom prognostizierten Kundenzustrom zu profitieren. Die Frage nach Preisen und Bedingungen lässt Lutz Lakomski unbeantwortet. „Ich frage Sie ja auch nicht nach Ihrem Gehalt“, so der Planer und verweist stattdessen auf die „individuellen Mieterwünsche“, die eine pauschalisierte Aussage nicht zuließen. Jeder könne sich aber an ihn wenden und in individuelle Gespräche treten. Wenig später wird jedoch verdeutlicht, dass eine Ansiedlung kleinerer Läden am Fachmarktzentrum eigentlich nicht beabsichtigt ist, um die Innenstadt nicht weiter „auszudünnen“.

20161118 Fachmarktzentrum Seite„Mal schauen, wie´s läuft“
Für die ohnehin angespannte Verkehrssituation rund um den Autobahnzubringer gibt es noch keinen Masterplan. Die entsprechenden Verkehrsuntersuchungen und Lösungsfindungen laufen noch. Parken soll für die Kunden des Fachmarktzentrums ein bis zwei Stunden kostenlos sein. P&R-Nutzer könnten zur Kasse gebeten werden, damit die Parkplätze nicht ganztägig belegt werden.

„Durchhalten“
Rund 20 Millionen Euro sind bislang an Gesamtkosten für das „Fachmarktzentrum Rastal“ veranschlagt. Die Planungen und Vorbereitungen werden etwa ein Jahr dauern. Ein weiteres Jahr an Erschließung und Bauzeit kommt hinzu. Eröffnet werden könnte der neue „Kundenmagnet“ im Jahr 2018, wenn keine unvorhergesehenen Verzögerungen eintreten. Der jährliche Kaufkraftabfluss aus Höhr-Grenzhausen beträgt rund 15 Millionen Euro. Dies auszugleichen und die Höhrer Innenstadt wieder zu beleben wird wesentlich länger als zwei Jahre dauern.20161118 Fachmarktzentrum Areal

Zum Fachmarktzentrum im Interview auch der Stadtbürgermeister von Höhr-Grenzhausen, Michael Thiesen.
(Das Interview wurde bereits einige Tage vor der Informationsveranstaltung aufgezeichnet)

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