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Um die Bevölkerung im Gefahrenfall schnell, gezielt und zuverlässig warnen zu können, hat der Westerwaldkreis gemeinsam mit seinen zehn Verbandsgemeinden einen Warnzug aufgebaut. In Selters fand nun unter Leitung der zuständigen Zugführerin Lisanne Wüst und des Brand- und Katastrophenschutzinspekteurs (BKI) Tobias Haubrich die erste Übung des Warnzuges statt. Ziel war es, die Abläufe für den Einsatzfall zu trainieren und die Zusammenarbeit der beteiligten Kräfte zu festigen.
Der Westerwaldkreis baut seit August 2023 in Interkommunaler Zusammenarbeit mit den zehn Verbandsgemeinden ein neues, flächendeckendes digitales Sirenennetz zur Warnung der Bevölkerung auf. Der Kreis trägt dabei zwei Drittel der Kosten sowie die spätere Unterhaltung des rund vier Millionen Euro teuren Netzes. Bislang wurden nach aktuellem Projektstand 220 Sirenen errichtet. Ziel ist es, den Ausbau des final rund 250 Sirenen umfassenden Netzes bis Ende 2027 abzuschließen.


Mobile Warnanlagen ergänzen den Warnmittelmix
Ergänzend zu den stationären Sirenen hat der Westerwaldkreis für alle zehn Verbandsgemeinden im Jahr 2023 mobile Sirenenwarnanlagen mit Durchsagemöglichkeit beschafft. Diese können im Gefahrenfall flexibel eingesetzt werden, um die Bevölkerung auch dort gezielt zu erreichen, wo eine zusätzliche Warnung erforderlich ist.
Damit die mobilen Anlagen im Einsatzfall schnell und effektiv genutzt werden können, wurde gemeinsam mit den Verbandsgemeinden ein Warnzug gebildet. Dieser ist in die beiden Teileinheiten Nord und Süd gegliedert. Ein eigens erarbeiteter Alarm- und Einsatzplan zur Warnung der Bevölkerung bildet die Grundlage für das Vorgehen im Ernstfall.
Der Plan enthält für alle Gemeinden im Westerwaldkreis vordefinierte Warnbezirke sowie festgelegte Fahrtrouten. Im Gefahrenfall können die 36 vorgeplanten Warnfahrzeuge diese Routen abfahren und die Bevölkerung über Lautsprecherdurchsagen mit wichtigen Informationen und Verhaltenshinweisen versorgen.
Erste Übung schaffte mehr Sicherheit für den Ernstfall
Bei der ersten Übung der beiden Teileinheiten Nord und Süd in Selters standen insbesondere die Abläufe und die zielgerichtete Durchführung mobiler Warnmaßnahmen im Mittelpunkt. Zudem diente die Übung dazu, die Einsatzorganisation und die handelnden Personen kennenzulernen, die Zusammenarbeit innerhalb des Warnzuges zu stärken und die praktische Umsetzung der vorgesehenen Warnkonzepte zu trainieren.
„Eine wirksame Warnung der Bevölkerung setzt voraus, dass die technischen Möglichkeiten und die organisatorischen Abläufe im Ernstfall zuverlässig ineinandergreifen. Mit dem Warnzug schaffen wir die Voraussetzungen dafür, die mobilen Warnanlagen schnell und gezielt einsetzen zu können“, erläuterte Brand- und Katastrophenschutzinspekteur Tobias Haubrich.
Auch die praktische Vorbereitung der Einsatzkräfte spielt eine wichtige Rolle: Nur wenn Zuständigkeiten, Fahrtrouten, Abläufe sowie Personal bekannt sind und regelmäßig geübt wird, können Warnmaßnahmen im Gefahrenfall effektiv umgesetzt werden.
Stärkung des Bevölkerungsschutzes im Westerwaldkreis
Mit dem Ausbau des digitalen Sirenennetzes und der Ergänzung durch mobile Warnanlagen stärkt der Westerwaldkreis gemeinsam mit seinen Verbandsgemeinden die Warnung der Bevölkerung. Beide Systeme ergänzen sich im Rahmen eines umfassenden Warnmittelmixes: Während stationäre Sirenen eine flächendeckende Alarmierung ermöglichen, bieten mobile Warnfahrzeuge zusätzliche Flexibilität und die Möglichkeit, konkrete Informationen und Handlungsempfehlungen direkt vor Ort zu übermitteln.
Die erste Übung des Warnzuges in Selters war ein wichtiger Schritt, um die Einsatzbereitschaft weiter zu verbessern und die Bevölkerung im Westerwaldkreis im Ernstfall bestmöglich schützen zu können.
Landrat Klaus Lütkefedder dankte den Einsatzkräften für ihr herausragendes Engagement: „Die effektive Warnung der Bevölkerung hat im Westerwaldkreis höchste Priorität. Gerade in Gefahren- und Katastrophenlagen ist es entscheidend, die Menschen schnell und zuverlässig zu erreichen und ihnen wichtige Informationen sowie konkrete Handlungsempfehlungen vermitteln zu können. Mein besonderer Dank gilt den vielen ehrenamtlichen Kräften, die sich mit großem Einsatz auf diese Aufgaben vorbereiten und damit einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger in unserem Landkreis leisten.“ (Westerwaldkreis) 

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