Unterzeichungsfrist endet am 29. September
Nentershausen. Die Ortsumgehung von Nentershausen ist ein Thema, dass die stark vom Verkehr belastete Ortsgemeinde im Westerwaldkreis bereits seit Jahrzehnten beschäftigt. Eine Petition, die noch bis einschließlich 29. September läuft, fordert nun, verbindliche Entscheidungen von der Landespolitik und dass der Ort an der Autobahn 3 endlich entlastet wird. Bereits mehrere Tausende Unterzeichner sehen die Notwendigkeit.
Kommt es auf der A3 zu Unfällen, Baustellen oder Staus, dann macht sich das in Nentershausen prompt bemerkbar und eine Blechlawine schlängelt sich über die Landesstraße 318 durch den Ort. Schließlich ist die L 318, die in Nentershausen als Koblenzer Straße firmiert, die offizielle Umleitungsstrecke für die vielbefahrene Autobahn. „Unsere Geduld ist am Ende. Wir werden seit Jahrzehnten immer wieder vertröstet, dass es bald so weit ist mit der Ortsumgehung. Es muss nun endlich etwas passieren“, macht Ortsbürgermeister Tobias Reusch deutlich.
Der 48-Jährige kennt das Thema Ortsumgehung bereits von Kindesbeinen an, denn erste Überlegungen gab es bereits Ende der 1960er-Jahre/Anfang der 1970er-Jahre. Mehrmals wähnte man sich sich seit dem kurz davor, dass es nun endlich losgehen könnte, doch dann erfuhren die verkehrsgeplagten Nentershäuser immer wieder Rückschläge und Enttäuschungen. Aufschüttungen für einen möglichen Trassenverlauf gibt es bereits seit dem Bau der ICE-Neubaustrecke Köln-Rhein/Main Ende der 1990er-Jahre/Anfang der 2000er-Jahre. Unmittelbar entlang der A3 könnte der Verkehr am Ort vorbeigeführt werden. Laut offiziellen Angaben des Landesbetriebs Mobilität aus dem Frühjahr 2026 rollen tagtäglich 9000 Fahrzeuge durch die Westerwaldgemeinde, davon fünf Prozent Schwerlastverkehr. Vor drei Jahren waren in einer kleinen Anfrage des rheinland-pfälzischen Landtages noch rund 13.250 Fahrzeuge für 2030 prognostiziert worden, die es dann sein sollen. „Die Zahlen zeigen, dass die Belastung einfach viel zu hoch ist. Der Verkehr sorgt für massive Einschränkungen im Alltag durch Lärm und Abgase und auch für einen Verlust an Lebensqualität im Ortskern“, sagt Ortsbürgermeister Tobias Reusch.
Um das Thema noch einmal mehr in den Fokus der Öffentlichkeit zu bringen, hat der Arbeitskreis Dorftentwicklung Ende März eine Petition auf der Online-Plattform Open Petition gestartet, die sich an die rheinland-pfälzische Landesregierung richtet. Der Arbeitskreis ist Teil der laufenden Dorfmoderation, mit der Nentershausen seine Entwicklung für die kommenden Jahre in einem Dorferneuerungskonzept festlegen will und auch Projekte im Ort voranbringen will. „Einige Dorferneuerungsmaßnahmen machen nur Sinn, wenn die Ortsumgehung kommt“, erklärt Tobias Reusch. Dabei geht es beispielsweise um die Aufwertung der Koblenzer Straße mit mehr Grün.
In den vergangenen Monaten wurden fleißig Unterschriften gesammelt bei Festen, Geschäften , Haustürsammlungen, im Bekanntenkreis und Co., so dass sich das bisherige Ergebnis der Petition schon sehen lassen kann: Über 6400 Menschen, darunter über 1300 Nentershäuserinnen und Nentershäuser selbst, haben bisher unterzeichnet. Damit haben sie zum Ausdruck gebracht, dass sie die Forderung nach einer Umsetzung der Ortsumgehung für die Westerwaldgemeinde samt entsprechendem Lärm- und Schadstoffschutz unterstützen. „Dieses Ergebnis zeigt bereits jetzt schon, dass viele Menschen unser Anliegen teilen. Dafür wird sind wir sehr dankbar und wir hoffen, dass es bis zum Fristende noch einige mehr werden, die sich unserer Forderung nach der Dorfumgehung anschließen“, sagt Nentershausens Ortsbürgermeister Tobias Reusch. Noch bis einschließlich Dienstag, 29. September, kann auf Open-Petition unter dem Kurzlink bit.ly/ounenters26 unterzeichnet werden. Nach dem Abschluss soll die Petition dann an den rheinland-pfälzischen Verkehrsminister Achim Schwickert (CDU) persönlich übergeben werden. Andreas Egenolf)