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Seit Ende Mai steht die Wasserampel in der VG Montabaur auf Gelb und die Bürger sind zum Wassersparen aufgerufen. Das Problem der Wasserknappheit ist den Verbandsgemeindewerken seit vielen Jahren bekannt und so werden die Infrastrukturprojekte stets darauf ausgerichtet, die eigenen Ressourcen besser auszuschöpfen und weniger Energie zu verbrauchen. Derzeit wird die Wasserversorgung rund um Niederelbert neu aufgestellt: Es werden drei neue Leitungen verlegt, ein neuer Quellsammelschacht eingebaut und der alte Hochbehälter vom Netz genommen. Mit diesen Maßnahmen erreichen die Wasserversorger, dass bis zu 250.000 Liter Quellwasser pro Tag gesichert werden und nicht mehr ungenutzt abfließen.

Die Ausgangslage
Wer dieser Tage der Heckenwiesenstraße in Niederelbert in den Wald folgt, trifft beim alten Hochbehälter „Wasserwerk 1920“ auf eine große Baustelle. Oberhalb befinden sich zwei ergiebige Quellen, deren Wasser bislang im alten Hochbehälter gesammelt und dann zur Aufbereitung zum „neuen“ Hochbehälter Niederelbert gepumpt wurde. Dieser liegt oberhalb dem Gewerbegebiet Stockland und wurde 1968 errichtet. Das Problem: Durch dieselbe alte Leitung lief bisher auch das Wasser, das von der Montabaurer Höhe kommt, zum „neuen“ Hochbehälter. Die Kapazitäten dieser Leitung reichten oft nicht aus, um alles Wasser auf einmal zu transportieren. „Das hat dazu geführt, dass wir jeden Tag zwischen 150.000 und 250.000 Liter frisches Quellwasser ungenutzt ableiten. Das können wir uns einfach nicht mehr leisten. Wir wollen diese Ressource erhalten und damit die Versorgungssicherheit für die Bürger erhöhen“, erklärt Werkleiter Andreas Klute. Hinzu kommt, dass der alte Hochbehälter von 1920 marode und seine Technik veraltet ist. „Auch hier müssen wir dringend einen Ersatz schaffen“, so Klute weiter.

Drei neue Leitungen
Bereits im August letzten Jahres haben die VG-Werke mit dem Bau von drei neuen Transportleitungen begonnen, insgesamt rund 3,5 Kilometer. Die erste ist bereits fertig und in Betrieb. Sie führt vom Hochbehälter „Montabaurer Höhe“ auf direktem Weg zum „neuen“ Hochbehälter Niederelbert (oberhalb Stockland). Die zweite Leitung verläuft vom Standort des alten Hochbehälters Niederelbert (Heckenwiesenstraße) ebenfalls zum „neuen“ Hochbehälter Niederelbert; sie ist schon gebaut, aber noch nicht in Betrieb. Die dritte Leitung bringt schließlich das aufbereitete Trinkwasser vom „neuen“ Hochbehälter in die Ortslage von Niederelbert. Diese Leitung befindet sich im Bau. Sie ersetzt die bisherige Transportleitung aus den 1960er Jahren, die in den letzten Jahren oft zu Störungen im Bereich des Gewerbegebiets Stockland geführt hat.

Der neue Quellsammelschacht
Herzstück der neuen Infrastruktur ist der neue Quellsammelschacht, der zurzeit unweit des alten Hochbehälters am Waldrand eingegraben wird, nur noch der Eingang ist von außen sichtbar. Das runde Bauwerk hat einen Durchmesser von drei Metern und wird in einem Stück in die Baugrube gesetzt. Darin wird künftige das Wasser der beiden Quellen gesammelt und dann zum „neuen“ Hochbehälter zur Aufbereitung gepumpt. Die intelligente Pumpensteuerung sorgt dafür, dass die Pumpen erst dann anspringen, wenn der Sammelbehälter voll ist. „Das spart Energie, denn die Pumpen laufen nur dann, wenn wirklich Bedarf ist. Außerdem ist die moderne Technik an sich schon wesentlich stromsparender als die alten Pumpen im alten Hochbehälter“, stellt der Werkleiter fest. Der alte Hochbehälter wird abgerissen sobald das neue System in Betrieb ist. Die Maßnahme kostet rund 800.000 Euro. Die Arbeiten werden von der Firma Paul Heibel Tief- und Straßenbau aus Herschbach durchgeführt. (VG Montabaur) 

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