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Stürze vom Wickeltisch oder aus dem Fenster, Verbrühungen durch heißes Wasser, Verschlucken von Kleinteilen und Vergiftungen durch Medikamente oder Putzmittel sind häufige Unfälle von Säuglingen und Kleinkindern. Die Folgen sind oft schwerwiegend; immer mehr Kinder unter fünf Jahren müssen nach einem Unfall im Krankenhaus behandelt werden: Schätzungen zufolge müssen jährlich rund 1,7 Millionen Kinder in Deutschland wegen eines Unfalls ärztlich behandelt werden; Jedes Jahr müssen rund 200.00 Kinder im Krankenhaus nach einem Unfall behandelt werden. „Dabei gehören Kopfverletzungen, vor allem bei den kleinen Kindern, Verbrennungen und Verätzungen sowie Vergiftungen zu den häufigsten Verletzungsarten. Viele dieser Verletzungen lassen sich vermeiden“, sagt die Präventionsexpertin Petra Sandmann-Gilles von der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland.

Wie sie Unfällen vorbeugen können, erfahren Eltern in den Merkblättern „Kinderunfälle“. Die gesetzlichen Krankenkassen haben sie gemeinsam mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) entwickelt und Kinderärzten zur Verfügung gestellt. So lässt sich ein Sturz vom Wickeltisch, Bett oder Sofa verhindern, indem Eltern immer eine Hand am Kind lassen und zum Wickeln vorher alles in Griffnähe bereit legen. Im Hochstuhl und Einkaufswagen sollte das Kind ebenfalls nie unbeobachtet sein. Treppenzugänge sollten Mütter und Väter mit Schutzgittern sichern, Fenster und Balkontüren durch Sicherheitsriegel oder -griffe.
Es empfiehlt sich, auf Lauflernhilfen zu verzichten, da Kinder mit ihnen häufig stürzen und sie das Laufen lernen nicht fördern. Um zu verhindern, dass Babys ersticken, sollten Halsketten, Kordeln und Schnüre nicht in ihre Hände gelangen. „Bewahren Sie Putzmittel und andere Chemikalien ebenfalls außerhalb der Reichweite Ihres Kindes auf“, empfiehlt die Expertin der Gesundheitskasse. Das Gleiche gilt für Medikamente, Tabakwaren, Alkohol, Lampenöle, Benzin, Terpentin und Petroleum.
Um Verbrennungen und Verbrühungen vorzubeugen, ist es wichtig, dass Eltern heiße Getränke, Wasserkocher und andere Gefäße mit heißen Flüssigkeiten sowie Bügeleisen in sichere Entfernung von Kindern stellen. „Verzichten Sie auf Tischdecken, solange Ihr Kind klein ist“, rät Sandmann-Gilles. Sonst besteht das Risiko, dass das Kind die Tischdecke herunterzieht und sich an dem darauf stehenden heißen Tee oder Kaffee verbrüht. Wenn möglich, sollten Eltern hintere Herdplatten benutzen und Herdschutzgitter montieren.
Kleine Kinder können schon in sehr niedrigem Wasser von fünf bis zehn Zentimetern Höhe ertrinken. Damit das nicht passiert, sollten Väter und Mütter ihren Nachwuchs in der Badewanne oder Dusche nie unbeaufsichtigt lassen. „Auch Geschwisterkinder können die Verantwortung nicht übernehmen“, warnt die Gesundheitskasse.
(Quelle: Pressemitteilung, AOK Rheinland-Pfalz/Saarland)